Analoge Sprachnachrichten

Shownotes

Hallo, wie geht's? Gut? Mir auch!

Wie ist es, die eigene Stimme aufzunehmen, sie auf einer Schallplatte einzuschreiben, in einen Briefumschlag zu stecken und dann über den Atlantik aus der USA zurück nach Wien zu verschicken?

Sprachnachrichten gibt es schon überraschend lange. Vor dem Kassettenrecorder, mit denen jede Person ein Aufnahmegerät ins Haus bekam, gab es im öffentlichen Raum Voice-o-maten, das sind Aufnahmekabinen, die ein bisschen wie Telefonzellen aussahen. Man warf eine Münze rein und hatte 2 Minuten Zeit, ins Mikrofon zu sprechen. Die Schallplatte, die dabei herauskam, konnte man dann versenden oder weiter schenken.

Eva Kapeller-Hallama beschäftigte sich die letzten Jahre mit analogen Audiobriefen. Sie leitet das Forschungsprojekt SONIME – Sonic Memories, Audio Letters in Times of Migration and Mobility und baute damit an der Österreichischen Mediathek eine eigene Audiobriefsammlung auf. In dieser Episode ist sie bei uns im Studio zu Gast und hat einige Originalaufnahmen mitgebracht!

Ihr hört Briefe aus dem Jahr 1912 und 1968, einen, der in einer Badewanne aufgenommen wurde, und einen bei dem niemand weiß, wer denn die darauf zu hörenden Personen sind.

Eva: „Man kann sehr viel durch die Stimme selbst erfahren. Wenn man eine Aufnahme hat, auf der mehrere Familienmitglieder zu hören sind, und wir jetzt den Kontext dazu nicht haben, kann man die Beziehungen oft an den Zwischentönen verstehen, nicht an den Worten. Man kann hören, in welchem Verhältnis die einzelnen Personen zueinander stehen.“

Diese Episode war zuerst im Podcast Im Museum zu hören.

Links

SONIME: https://sonime.at/

ÖSTERREICHISCHE MEDIATHEK: https://www.mediathek.at/

IM MUSEUM www.immuseum.at/

Danke an die Österreichische Mediathek für die Zurverfügungstellung der Geburtstagsgrüße.

Zu Sonime: Das Forschungsprojekt SONIME „Sonic Memories – Audio Letters in Times of Migration and Mobility” wird unter der Leitung von Eva Kapeller-Hallama und Katrin Abromeit an der Universität für angewandte Kunst und dem Phonogrammarchiv der ÖAW in Kooperation mit dem Technischen Museum Wien mit Österreichischer Mediathek durchgeführt. Es wird vom Heritage Science Austria Programm der ÖAW gefördert. Die Sammlung der analogen Hör- und Sprechbriefe wird in der Österreichischen Mediathek und dem Phonogrammarchiv aufgebaut und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo bei The Curious Radio, dem Podcast zu the Curious Magazine.

00:00:05: Wir sind hier um mit euch jeden Freitag in ein neues Rabbit Hole zu fallen!

00:00:10: Von

00:00:10: Pilzzüchtern, Termiten

00:00:12: über private Briefmarkensammlungen bis zur alten

00:00:15: Papyrie

00:00:16: von Gesprächen auf Deutsch und auf Englisch bis zu Audio Essays und persönlichen Erzählungen.

00:00:22: Abonniert doch einfach diesen Podcast und lasst euch jeden freitag

00:00:26: überraschen.

00:00:27: Mein Name ist Iris und ich bin einer der beiden Herausgeberinnen des Curious-Magazins.

00:00:32: Und ich freue mich,

00:00:33: dass ihr hier seid!

00:00:34: Heute tauchen wir ein in die Welt der Audiobriefe

00:00:37: –

00:00:37: also der Sprachnachrichten vor dem digitalen Zeitalter.

00:00:41: Die klingen zum Beispiel

00:00:43: so... Lieber Karl Lange, du seines siebzigsten Geburtstag wünschen wir dir alles Gute für allen Gesundheit und recht ein langes

00:00:49: Leben.

00:00:50: Dies alles wünscht mir der Kalle.

00:00:55: Das war nur der Beginn eines zweiminütigen

00:00:57: Geburtstagsgrosses,

00:00:58: der in den neunzehnhundertfünfziger Jahren in einer Sprachaufnahmen-Aufnahmebox aufgenommen

00:01:04: worden

00:01:04: waren.

00:01:05: Also eine

00:01:05: Box im öffentlichen

00:01:06: Raum ähnlich wie eine Telefonselle die sich Woi So Graf nannte.

00:01:11: Die Aufnahme selbst stammt aus der österreichischen Mediathek und dort war auch über die letzten Jahre eine Forschungsstelle eingerichtet, die von Eva Kapella Hallemar geleitet worden waren.

00:01:20: Eine Forschungs-Stelle für analoge auditive Briefe!

00:01:24: Und mit dieser Stelle hat Eva auch eine Sammlung aufgebaut, die aus Kassetten, Schallplatten, Tonbändern und Wachswalzen besteht – private Nachrichten zu hören sind.

00:01:34: Das besondere an Sprachnachrichten ist ja, wie ich finde, dass man in Audionachrichten oft sehr viel über die Person heraushören kann – man hört eine Stimme und hat sofort ein Bild im Kopf!

00:01:44: So eine Sprachnericht gibt auf einen ganz seltsamen Eindruck in einer Welt, die uns sehr nahe kommt… noch ganz anders als bei einem Brief oder einem Foto.

00:01:53: Und genau darüber werden wir sprechen.

00:01:55: Über die Faszination an Audiobriefen, über die Sammlung und die Frage ob man denn so private Dinge überhaupt öffentlich machen darf und darüber wie unterschiedlich Menschen mit dieser neuen Möglichkeit einen Audiobrieb zu aufzunehmen und versenden im Laufe der Zeit umgegangen sind.

00:02:11: Die Technik der Sprachnachricht ist schon über hundert Jahre alt und seit es sie gibt nehmen sich Menschen auf und verschicken ihre Stimme.

00:02:20: Und vor hundert Jahren hat es schon geheißen, da kann man viel mehr mitschicken als bei einem geschriebenem Brief.

00:02:26: Da ist vielmehr möglich und keine Worte können das sozusagen kommunizieren was die Stimme kann.

00:02:33: Das haben sie schon vorhundert Jahren beworben in den Zeitschriften und bei den Produkten, die Sie da anbringen wollten.

00:02:42: Aber beginnen wir am Anfang.

00:02:43: Am Anfang des Gesprächs mit Eva und am Anfang, als die Audioaufnahme überhaupt erst erfunden wurde.

00:02:50: Also möglich geworden ist es mit Beginn der Tonaufzeichnung und der Wachswalze.

00:02:55: Und das war tatsächlich seit den Achtzehnhundert-Achzigerjahren möglich!

00:03:01: Da ist der Phonograph erfunden worden und zuerst war das noch mit einer Zinnfolie kompliziert.

00:03:05: aber dann gab's die Wachzwalze und das konnte man tatsächlich Zuhause aufnehmen, privat und seine Stimme einen Brief schicken oder ein Diktat diktieren.

00:03:19: Und das dann sozusagen weitergeben.

00:03:21: Und sehr früh, in den ersten Jahren habe ich eine Werbung gefunden für ein hölzendes Kästchen, wo man diese Wachswahl sind besser auch mit der Post transportieren

00:03:32: kann.".

00:03:33: Es ist damals natürlich noch nicht sehr oft vorgekommen, aber es kamen vor und wir haben auch so ganz frühe Grüße.

00:03:40: Also unser ältester gesprochener Brief das sind Geburtstagswünsche aus nineteenhundert eins also wo die Kinder ihrem Vater dann auch ein Geburtstagslied singen Genau.

00:03:55: Wie eine Sprachnachricht in Wirklichkeit?

00:03:57: Oder wie lang war das Ganze dann?

00:03:59: Diese frühen Wachswalzen waren ca.

00:04:01: zwei Minuten viertzig, zwei Minuten fünfzig.

00:04:04: Das hat man ganz früher noch selber gekurbelt.

00:04:07: Das heißt es hinkt auch ein bisschen davon ab, wie schnell oder wie langsam man gekurbelt hat, wie lange das gedauert hat.

00:04:14: Aber das sind so ungefähr die Zeiten.

00:04:15: und Was wollte ich noch sagen?

00:04:19: Ja, dass die Erfindung tatsächlich damit in Zusammenhang gestanden ist.

00:04:23: Also der Edison hatte vor allem im Hinterkopf, dass man eben sich Briefe schicken kann und Diktate schreiben kann.

00:04:30: Und er hat auch andere Anwendungsmöglichkeiten im Kopf aber das es eigentlich dann eine Musikindustrie wird draus und das hat er weniger gedacht Und das ist es eigentlich dann geworden, also mit diesen Aufnahmegeräten.

00:04:44: Das ist das was sich durchgesetzt hat und die Geräte die sich für die Musikaufnahme oder fürs Abspielen von Musik, für die Unterhaltung sozusagen in den Restaurants oder auch in den Wohnzimmern durchgesetzt haben, dass man dann auch die Geräter die dann fürs Briefe schicken verwenden.

00:05:00: Also wenn die adaptierbar waren, dann wurde damit auch Briefer geschickt.

00:05:06: Also die ursprüngliche Idee von diesen Aufnahmengeräten waren, dass sich Leute Briefe schicken.

00:05:11: Dass die Stimme aufgenommen werden kann oder das man Familienalben sogar herstellen kann also nicht das Fotoalbum sondern ein akustisches Album oder dass man die Enkel...also dass man auch Menschen aufnehmen kann, die eben nicht schreiben können zum Beispiel.

00:05:28: Oder eine Oma, die nicht mehr lesen kann, kann noch hören oder das Baby kann brabbeln Aber noch keinen Brief schreiben oder akustische Erinnerungen für die Zukunft.

00:05:41: Und war das teuer, das zu machen?

00:05:44: Ja also zu Beginn war es schon teuer als er seinen Phonographen konnte man sie nicht unbedingt leisten und es gab dann später aber auch schon in den ersten Jahrzehnten, des zwanzigsten Jahrhunderts Möglichkeiten das an öffentlichen Plätzen zu machen oder in öffentliche Plätze die das zur Verfügung gestellt haben.

00:06:04: Später dann mit den Schallplatten als sie gekommen sind also die man sozusagen auch schneiden konnte.

00:06:09: Das sind nicht die klassische Shellac- oder Vinylplatte sondern die heißen direkt Schnittplatten oder Selbstschnittfolien.

00:06:17: da gab es dann eigene Studios dazu und da gab's wirklich einige Und es gab dann sogar so was wie eine Telefonzelle, so ähnlich.

00:06:27: Aber das war eine Aufnahmebox wo man eine Münze reinwirft... ...eine Sprachnachricht spricht und dann eine kleine Platte rauskriegt mit einem Covert und einer Nadel.

00:06:37: Das konnte man dann verschicken!

00:06:39: Also es gab sozusagen, man musste nicht die ganze Gerätschaft privat kaufen um an dem Teil zu haben.

00:06:45: Aber wir haben die Leute das dann abspielen können?

00:06:47: Auf dem Grammophon

00:06:49: Okay, also das hatten die Leute dann

00:06:51: schon.

00:06:52: Das hatten sie oder Sie haben es bei Freunden abgespielt?

00:06:56: Also das haben wir sozusagen bis zum Schluss eigentlich.

00:06:59: Bei den Turmbandgeräten haben wir ganz oft dass Sie sagen, Sie haben ein Turmbad bekommen aber Sie konnten es nicht abhören weil Sie das Gerät nicht haben.

00:07:08: Diese Kompetibilität mit einem Gerät ist total wichtig und es in Zellern kommt ganz oft vor Und zum Beispiel bei den Kassetten, wo man dann wirklich sagen kann.

00:07:16: Das war ein sehr demokratisches Medium dann.

00:07:19: Es waren Massenmedium.

00:07:22: Haben das

00:07:23: z.B.,

00:07:24: in Österreich halt auch türkische Gastarbeiter genutzt um zu kommunizieren mit ihren Familien?

00:07:29: Das war so die einzige Möglichkeit, die Stimme zu hören und es war ganz wichtig dass man dazu erst einmal kommt und die Kassettennekorder mitbringt und erklärt, wie das funktioniert und wie es passiert.

00:07:45: Das Gerät, dass man das auch hat, das Aufnahmegerät und Abspielgerät ist ganz wichtig.

00:07:50: Und das ist aber erst mit der Kassette passiert?

00:07:52: Dass man das gleichzeitig in einem Gerät aufnehmen kann und abspielen kann?

00:07:55: Nein also der Phonograph war auch schon derselbe.

00:07:59: Also er hat in einen Trichter mechanisch reingesprochen, das war noch kein Strom-Mekrofon so wie wir's jetzt haben.

00:08:06: Und aus diesem Trichte der Ton wieder rausgekommen.

00:08:10: Also es hat sich sozusagen nur die Nadel, das Stichel geändert.

00:08:13: Man musste einmal einen Stichl da schneidet in des Wachs nehmen und einmal sozusagen eine Abtastnadel, die das Ganze in eine andere Richtung bringt.

00:08:22: Ah okay ja!

00:08:24: Und also du hast schon gesagt, dass gibt dann so Geburtstagsgröße oder was haben die Leute denn aufgenommen?

00:08:32: Also haben sie dann auch experimentiert weil es muss ja total arg sein, dass du dein plötzlichen Gerät hast wo deine eigene Stimme hören kannst.

00:08:42: Es ist ja selbst heute seltsam manchmal die eigene Stimme zu hören.

00:08:45: Wenn man es gar nicht gewohnt ist, dann mag man es meistens gar nicht.

00:08:48: Irgendwann kennt man's schon wie sie sich von außen an hört.

00:08:53: Ja wir haben...es wird gesungen, es wird Musik gespielt das gibt viel.

00:08:59: also sozusagen die Privataufnahme.

00:09:02: In unserem Projekt geht es ja um Briefe, also wirklich um Nachrichten und Botschaften.

00:09:06: Und Grüße, die dann geschickt werden oder übergeben werden muss nicht immer mit der Post geschickt wird.

00:09:12: Aber für die Privataufnahme das ist so ein bisschen wir haben ganz wenig Privat Aufnahmen auf Walze.

00:09:18: Das sind alles Unikate.

00:09:19: Die sind halt im Privaten hergestellt.

00:09:21: Es sind die frühesten Stimmaufnahmen, die wir haben und wenn wir dann halt welche haben mit österreichischem Dialekt als ich mir das sozusagen so spannend dass war für uns immer sowas was so im Grenzbereich zum akustischen Brief ist.

00:09:33: Also das haben wir auch dann gesammelt in unserem Projekt und deswegen kann ich ein bisschen sagen, was sie sonst aufgenommen haben.

00:09:39: aber es gibt zb auch einen Testament also dass ein Testament aufgenommen wird und dann wird da sozusagen geregelt oder die Vorstellung die Stimme spricht dann sozusagen zu den Nachkommen wenn man selbst schon gestorben ist.

00:09:55: also der akustische Brief der auch in die Zukunft geht Also sozusagen die zeitliche Distanz überwindet, das ist auch ganz viel da im Thema.

00:10:05: Ich meine es ohnehin beim akustischen Brief so dass es ein Gespräch ist oder ein imaginiertes Gespräch mit einer Person, die das erst Zeitversetzt hören wird und da wird dann sozusagen das Gerät und das Mikrofon ein bisschen zum Substitut der Person mit der man sprechen möchte.

00:10:30: Hast du eher das Gefühl, dass die Leute dann wie ein Brief schreiben und denen ablesen?

00:10:37: Oder ist es was spontaneres.

00:10:40: Es kommt total drauf an.

00:10:41: also manche Sachen sind wahrscheinlich sogar vorgeschrieben oder man hat das Gefühl das klingt jetzt total geschrieben.

00:10:49: aber das zieht sich auch ein bisschen durch finde ich dass es beides gibt Wobei ich glaube bei der Wachswalze, vielleicht hören wir gleich in eine Wachswalze rein.

00:10:58: In einer Frühe die ist von nineteenhundertzwölf und das war ein Niederösterreicher der ist ähm in den USA emigriert.

00:11:06: aus Ulrichs ist er also einen kleinen Dorf in Niedersdorfreich Und äh ist zurückgekommen Mitte zwanzigwahrer und da war es neunzehnhundert zwölf Und seine ganze Familie hat eben auf wachswaldse Grüße besprochen Die er mit in die usa genommen hat.

00:11:22: Und diese original Walzen sind auch in den USA in einem Archiv.

00:11:25: Also die haben wir nicht in unserem Archiv leider, das kommt immer dazu.

00:11:29: Die sind dann halt dort wo sie empfangen wurden, die Briefe meistens.

00:11:36: Aber sie sind Public Domain in den USA und also können wir sie auch hören und spielen und online stellen.

00:11:46: Es ist eben eine sehr frühe Aufnahme aber versteht vielleicht erstmal gar nicht viel.

00:11:51: Und ich würde sagen, wir hören nur in den Anfang hinein und ich sage dann, wenn es ...

00:11:55: Okay.

00:11:56: Aus welchem Jahr

00:12:03: ist das noch mal?

00:12:09: Das ist... Das ist neunzehntundzwölf.

00:12:17: Okay.

00:12:20: Hast du was verstehen können?

00:12:21: Wenig,

00:12:22: wenig, wenig!

00:12:24: Lustig.

00:12:26: Ich bin da sozusagen das Leierende ein bisschen, ich meine man hört zum einen hat man dieses Wachswahlsengeräusch die dreht sich halt und das hört man auch.

00:12:34: diese Umdrehungen könnte man sagen

00:12:36: Das hat man damals auch gehört dass es jetzt nicht weil's alt ist

00:12:41: das glaube schon dass mir das auch gehört hat.

00:12:43: aber was glaube Was man oft übersieht, ist wenn wir das vom Laptop abspielen.

00:12:48: Oder wenn man es beim Podcast in den Kopf hört, dann hat man das Gerät nicht mehr dazu und ich glaube mal hört die Störgeräusche mehr als auf einem Phonograph heute hören würde weil du siehst das Geräte, die Nadel, wie sich das dreht Du kannst es besser filtern.

00:13:05: Also das ist mir einmal aufgefallen.

00:13:06: Ich kann nur dazu anregen, es gibt das Phonomuseum in Wien und da kann man sich noch solche alten Max-Walzen anhören vor Ort.

00:13:15: Das ist sonst fast nix möglich weil das einfach so wertvolle Objekte sind die zerstört werden natürlich bei jedem Abspielen durch den Nadel.

00:13:23: Die kann man nur einmal abspielen?

00:13:24: Nein!

00:13:26: Aber jeden Abspiel wird ein bisschen zerstörter.

00:13:28: also der Nadel... Schreibt halt auch.

00:13:32: Diese historischen Geräte haben nicht wie unsere heutigen Plattenspieler so einen ganz leichten Tonarm, sondern die haben als sehr schwere Tonarme.

00:13:39: Aber was sagt sie?

00:13:41: Lieber Bruder!

00:13:43: Spielen wir es noch

00:13:43: einmal?!

00:13:53: Ich tue Sie dich herzlich mit Freuden.

00:13:59: Jahre sind verflossen seit wir unserer Geschwisterstimme nicht hören konnten... Denn Gott hat es so bestimmt, dass uns das Wasser und Land soweit entfernt haben.

00:14:09: Total poetisch!

00:14:10: Es ist total poetisch und es ist da halt auch schon wirklich das Thema auch unseres Projektes drinnen in dem wir ja einen Fokus auf Migration haben.

00:14:17: oder vielleicht kann man sagen... ...es war auch mit der These verknüpft von Anfang an, dass es halt möglich ist über solche gesprochenen Briefe bzw.

00:14:25: aufrecht zu erhalten über geografische Distanzen hinweg Und das finde ich ist da halt sehr schön auch schon von ihr benannt, so früh dass diese Geschwisterstimmen die sie ja auch schon erwähnt.

00:14:38: Die konnten sich nicht hören und dieser Sehnsucht ist da drin an die Stimme zu hören.

00:14:44: Das ist halt was mich interessiert in dem Projekt also was es bedeutet warum's unsso wichtig ist oder... Irgendwie ist es sehr klar, aber ich denke eben... Es ist eine Versicherung der Beziehung dessen das es die Personen gibt.

00:15:00: Dass es die Beziehungen gibt schon allein dieses Ich wollte nur deine Stimme hören was wir heute auch kennen am Telefon.

00:15:07: Dann setzt schon so ne Beruhigung ein und wenn halt ein Telefon nicht möglich ist oder sehr teuer ist dann war das ja eine sehr gute Möglichkeit

00:15:16: Weil ja es hat noch kein Telefon geben oder?

00:15:19: Oder wann gibt's das Telefon?

00:15:19: Doch

00:15:20: doch!

00:15:20: Das gab´s schon Das gab es schon.

00:15:23: Aber ich denke tatsächlich, das war zu den meisten Zeiten teurer als sich solche Briefe zu schicken.

00:15:34: Wenn man so eine Achtzigerjahre zurückdenkt oder neunziger Jahre, also das war einfach teuer international zu telefonieren

00:15:42: und

00:15:43: wirklich lange... Also auch die Schallplatten haben dann halt gehabt eine Seite so vier Minuten Also waren jetzt auch nicht gerade lange.

00:15:54: Mit dem Turmband hat man halt wirklich lange Nachrichtenstunden, eine Stunde oder so besprechen können.

00:16:01: und bei den Kompakt-Kasetten – ich meine es ist eigentlich nicht wirklich verwendet worden.

00:16:06: Aber eine Kasette habe ich zum Beispiel die ist zwei Stunden.

00:16:11: Eine Seite eine Stunde und die andere Seite einer Stunde haben sie wirklich voll besprochen.

00:16:16: Oft war's dann so dass man sehr schnell drauf kommt das das total anstrengend ist eine ganze Kassette zu besprechen.

00:16:24: Und dass das mehrmals, also das nimmt man so mit in einer Woche und da ist ein richtiges Projekt diese Kassetten aufzunehmen und dann abzuschicken.

00:16:37: Aber du meinst es die Leute an einem Tag was drauf sprechen?

00:16:44: Und drei Tage später wieder weiter sprechen?

00:16:46: Genau!

00:16:48: Also bei der Kassette kann man das ja auch ganz gut hören, also da hört man jedes aus und einschalten.

00:16:56: Das interessiert uns eben auch, wie sich die Praxis dann verändert hat.

00:17:00: Bei der Kassekte konnte man löschen- und Wiederaufnahmen nehmen.

00:17:03: Das konnte man im Übrigen bei der Wachswahl sehr auch schon.

00:17:05: Die konnte man einfach abschaben und wieder aufnehmen oder man hätte können eine Hälfte besprechen und später die zweite Hälft.

00:17:14: Man konnte verschiedene Spuren machen.

00:17:19: Also es war eigentlich schon ein wiederbeschreibbares Medium und das macht natürlich viel aus.

00:17:22: Bei der Kassette war's halt noch mal viel einfacher, da drückt man einfach drauf um zurück.

00:17:27: aber wir machen ja auch Interviews mit Übergeberinnen also die diese Praxis gemacht haben und da hören wir ihm schon auch dass dann halt gehört worden ist.

00:17:38: kann ich das jetzt schicken oder nicht?

00:17:40: Oder passt das für mich oder wird sie wieder gelöscht?

00:17:43: und ja all das finde ich sehr spannend Was sonst die Leute erzählen?

00:17:50: Es ist, ich finde es ja auch total spannend so was zu sammeln.

00:17:54: Also ich frage mich immer wenn ich denn sowas höre oder ich habe mich in dem Fall auch gefragt du hast das jetzt eh auch schon anklingen lassen aber die Stimme hat ja sowas Total Intimes.

00:18:05: also das ist ja auch ein Grund warum ich Podcasts mag weil Du einfach die Leute dann im Ohr hast und Ich hab zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass ich Podcasts wirklich jahrelang gehört habe und nie die Personen dahinter gesehen hab.

00:18:15: Und dann hab' ich mal ein Foto von jemandem gesehen und war so total entsetzt wie normal diese Person

00:18:20: ausschaut!

00:18:21: Aber so ein total amerikanischer Sunny Boy wo ich totale Vorurteile gehabt hätte eigentlich gegenüber dieser Person... ...und diese Stimme aber so vertraute Freund einfach war oder im Begleiter einfach in meinem Leben.

00:18:35: Und denn denke mir ihr habt's halt so.

00:18:37: Oder ich denke mir das eigentlich schon bei Briefen oder Tagebucheinträgen, wenn die irgendwo gesammelt werden oder ausgestellt werden.

00:18:42: Jetzt nicht von unbedingt berühmten Leuten aber selbst von denen.

00:18:46: Ob die jemals... Also was die dazu sagen würden?

00:18:50: Wenn sie wüssten dass ihre Stimme jetzt von irgendwelchen Leuten gehört werden.

00:18:56: Ihre Stimmen gehört werden ja.

00:18:58: Ihre Nachrichten

00:18:59: Ja genau.

00:19:00: und ihre Nachrichten auch.

00:19:01: Ihre ganz privaten und persönlichen Nachrichten.

00:19:06: die nur für die Familie oder den Geliebten gedacht werden.

00:19:10: Eigentlich, ja?

00:19:12: Genau!

00:19:13: Die mit dieser Intention aufgenommen werden.

00:19:15: Oder ich schick dir das jetzt und du sollst meine Stimme hören... Und dann ist es plötzlich im Museum zu sehen.

00:19:22: Wie geht's dir damit wenn du so was hörst?

00:19:25: Ich will da gar keine moralische Diskussion aufmachen sondern einfach nur...

00:19:30: Ich denke viel dazu.

00:19:31: Also das eine ist dass es für mich ein bisschen zeigt warum dieses Medium eben wirklich diese Funktion hatte, sich so nahe zu sein auf Distanz.

00:19:45: Also das hat funktioniert glaube ich weil die ganzen Alltagsgeräusche oder jemand geht durch seine Wohnung oder man hört die Waschmaschine oder wie jemand Geschirr abwäscht also sozusagen dass ist etwas was wo man sehr schnell in dem Raum ist oder man fühlt sich wenn man dazuhört man hat das Gefühl man ist dort man ist sich einfach sehr nahe Auch, wie du sagst im Ohr oder umgekehrt eben alle Gedikaten uns auch Kassetten übergeben.

00:20:11: Der eben in den siebziger Jahren glaube ich noch österreich gekommen ist aus der Türkei und er hat gesagt in einem Interview auch bei seiner Familie wenn er die Kassette nach Hause geschickt hat dann ist die Familie herum gesessen und in der Mitte war da Kassetenrekorder als Kassettenrekorder halt in seiner Familie wieder oder umgekehrt, wenn er die Stimmen gehört hat.

00:20:35: Er hat gefüllt, er war wie wenn er dort war und dann war halt die Kassette wieder aus.

00:20:40: Dann war er plötzlich wieder allein.

00:20:41: also da gab es doch diesen Cut.

00:20:43: aber ich bin ein bisschen weg gekommen von deiner Frage.

00:20:45: Ich glaube dass diese Frage auch ein bisschen beweist Wie intim das ist.

00:20:55: Und ja und das würde ich sagen Das ist etwas Was ich schön finde und nicht was, wovor ich Angst habe.

00:21:09: Vielleicht ein bisschen so ausgedrückt oder?

00:21:11: Ich bin ja auf der Suche danach

00:21:14: nach der Intimität.

00:21:15: Ja also das finde ich sehr schön.

00:21:20: oder ich hätte ich glaube wenn mein Liebesbrief Ein Forschungsprojekt zu liebes briefen.

00:21:25: ich meine dann kommt die frage vielleicht auch wie geht es damit um?

00:21:29: kann man sowas kann man da so hinein schauen was die anderen Schreiben und getan haben?

00:21:34: Ich finde es total spannend.

00:21:35: Ich finde sozusagen den Ausdruck unserer Kultur, oder dass sich eine so zu sagen akustische Briefe zu schicken, Sprechbriefe, Hörbriefer ist eine Kulturtechnik und Kulturpraxis über die wir kaum was wissen.

00:21:48: also weil es ganz ganz wenig Leute gibt, die sich diesen Thema angenommen haben Es ist sogar schon vergessen könnte man ein bisschen sagen Also es war kaum jemand das auch diese Dombänder... Da gab's so viele verschiedene Produkte Die hießen zum Beispiel Living Letters.

00:22:03: andere Namen sind extra hergestellt worden, damit man sie sich verpasst schicken konnte.

00:22:09: Also wo dann wirklich die Verpackung war eigentlich das Kuvert, wo Absender und Empfänger draufgestanden ist.

00:22:16: also was man ausfüllen konnte.

00:22:19: auch dass wir machen halt von diesen ganzen Objekten auch Fotos kommt alles in eine Datenbank.

00:22:23: ich glaube es sehr schön wird.

00:22:29: ja und deswegen finde ich wichtig sich das anzuschauen Auch wenn es durch diesen Voyeurismus wahrscheinlich hart.

00:22:37: Das ist ja

00:22:38: auch das Tolle dran!

00:22:40: Also

00:22:41: da sind wir irgendwie das Faszinierende dran, aber hast du... Wenn du dann mal so einen Brief gehört hast, hast du irgendwann mal das Gefühl gehabt zu, wow okay, das war mir jetzt zu nahe oder?

00:22:54: Das hätte ich

00:22:56: vielleicht nicht

00:22:57: hören dürfen.

00:23:03: dass vor allem immer man mit anderen Leuten zusammensitzt, zum Beispiel ein Close-Listening macht und wir wissen noch gar nicht was kommt.

00:23:10: Und wir haben da eine Kommunikation von einem Liebespaar, die haben sich hin und her geschickt.

00:23:16: Wir sitzen da zusammen und mit den Mitarbeitern

00:23:19: usw.,

00:23:20: dann kommt auf einmal etwas sehr Intimes also sozusagen das das unangenehm sein kann vor den Anderen vielleicht sowas jetzt gemeinsam zu hören und man ist ja dann verbunden durch diese akustische Spur, gerade alle dabei dem zuzuhören.

00:23:35: Wir falten unter anderem auch ein, in dieser Korrespondenz sitzt sie mal in der Badewanne und spricht über das kleine schwarze Gerät.

00:23:43: also sie hat zwar einen kleinen schwarzen Stick-Tiergerät gehabt wo sie draufgesprungen hat und man hört das Wasser... Und da habe ich mir gedacht okay jetzt sind wir schon sehr nah dran!

00:23:55: Also sind wir mit ihr hier in der Badewanne ja und wo sie sozusagen in dieses Gerät spricht Flirtet.

00:24:04: Diese Stelle hätte ich im Übrigen, also ich habe jetzt eine kurze... Ja, das

00:24:08: heißt wir wagen uns jetzt in unbekannte Intimitätswelten.

00:24:13: Dieses kleine schwarze Gerät hilft mir

00:24:19: meine Seele, mein Gemüt

00:24:22: zu entspangen, dass

00:24:24: wissen, dass meine Gedanken die hier jetzt niederspreche

00:24:30: sozusagen an die richtige

00:24:32: Adresse

00:24:32: kommen.

00:24:33: Nein, nicht eine.

00:24:39: Es gibt mir

00:24:40: Zuversicht.".

00:24:42: Das war jetzt ein Ausschnitt daraus?

00:24:44: Ja genau!

00:24:46: Das ist eine Korrespondenz die extrem... Also da hat man das Gefühl, man ist in einem Film wenn man dazu hört wie die beiden.

00:24:54: Da haben wir beide Stimmen.

00:24:57: Die Antworten immer auch drauf

00:24:59: oder...?

00:24:59: Ein bisschen also es sind die Kassetten die bei ihr gelandet sind.

00:25:02: sie ist in den neunziger Jahren verstorben.

00:25:05: Das war Anfang der Neunzigerjahre die Aufnahme und sie ist an Krebs gestorben, also sie ist dann plötzlich gestorbt.

00:25:11: Und ihre Schwester hat uns das übergeben, die sozusagen sie auch von zwanzig Jahren nicht gehört hatte.

00:25:19: Die Kassetten hat sich sowieso noch nie gehört aber sie hat sie damals übernommen, hat sie auch nicht getraut hinein zu hören.

00:25:25: Also das war auch zu intim in Bezug auf diese Frage oder sozusagen... Sie hat es dann auch in dieses kleine schwarze Gerät gegeben und die Stimme gehört dann gleich wieder ausgeschaltet.

00:25:35: Also für sie war dann, wie wir das dann digitalisiert haben und sie das dann wieder angehört hat vom Computer, war die Entfremdung sozusagen so vollzogen dass es sich anhören konnte.

00:25:48: also dass es am Computer ein Pfeil war wo man draufklickt war für sie was anderes als wenn sie von diesem Gerät irgendwie hört von dieser Kassette.

00:25:58: Und wie kommt das denn zu euch?

00:25:59: über die Schwester?

00:26:00: Ja, weil wir Aufrufe gestartet haben.

00:26:03: Also wir haben in verschiedenen Zeitungen konnte man das lesen und wir haben halt was für Flyers haben wir gemacht und haben ein paar Briefer gekriegt oder einige Kassetten, Tombender, Schalplatten...

00:26:18: Und mit welcher Intention übergibt oder hat die Schweste das übergeben?

00:26:24: Ich glaube, sie hat gesagt, Sie wollte das jetzt angehen.

00:26:27: Also sie hat das gelesen im Korea einen Artikel darüber über dieses Projekt und hat gesagt okay, jetzt ist der Zeitpunkt weil es seit damals liegen hatte und sozusagen nicht wirklich angeht.

00:26:40: also ich glaube es war für sie auch eine Auseinandersetzung damit mit der Stimme ihrer Schwester Und wie es dann gehört hatte?

00:26:47: Weil die kannte diese Liebesbeziehung.

00:26:51: Sie wusste, dass ihre Schwester mit dem kommuniziert beadiktiert Kassette war damals.

00:26:56: Sie wussten wie alles ausgegangen ist und sie hat aber gesagt, es hat sich das angehört und das war wie im Film.

00:27:01: Sie wollte immer wissen wie's weitergeht und es hat wirklich seinen Sog gehabt.

00:27:05: also ich glaube es sind fünf Kassetten Und eben auch weil sie sich hin- und hergeschickt haben das ist halt manchmal auch passiert Man spricht auf die eine Kasse Seite drauf Stückt sie hin und der andere spricht auf den anderen sozusagen die Antwort und somit hat sind dann beide bei ihr.

00:27:26: Und ihn haben wir noch nicht ausfindig gemacht, also seine Stimme haben wir ja auch weil von ihm gibt es auch schöne Beispiele, die ich jetzt aber nicht spiele.

00:27:38: Ich würde ihn total gern finden und mit ihm drüber sprechen um diese Rechte zu klären.

00:27:46: Aber ihr wisst doch wer die Person ist oder?

00:27:49: Ich hab den Namen von der Schwester, aber deswegen habe ich den noch nicht gefunden.

00:27:54: Aber

00:27:54: die Schwester wusste nicht wie der heißt?

00:27:56: Doch!

00:27:56: Den Namen gibt's.

00:27:57: Ja okay... Ach so du hast den Namen und die Schweste hat dir den Namen verraten.

00:28:01: jetzt habe ich es verstanden.

00:28:03: Genau, den Namen habe ich, aber sie hat keinen Kontakt mehr zu ihm und weiß auch nicht wo er ist ...

00:28:10: Und ist das eine schöne Liebesgeschichte?

00:28:13: Es gibt einen Happy End.

00:28:15: Sie stirbt am Schluss, oder?

00:28:18: Das ist sehr furchtbar!

00:28:22: Die hatten eine Affäre.

00:28:25: Er war verheiratet und hat seine Frau verlassen.

00:28:29: Ist nach Wien gekommen.

00:28:31: Dann hatten sie eine Beziehung und dann hat sie ihn verlassen und haben sich getrennt.

00:28:36: Und diese gesamte Zeit von der... Erfähre bis zur Beziehung, bis zur Trennung gibt es auf Kassette.

00:28:44: Oder auf diesem Diktiergerät?

00:28:46: Es gibt die Zeit wo sie noch als der Affäre aber das ist schon über mehrere Monate.

00:28:54: also es gibt auch dann so Überlegungen jetzt seine Frau zu verlassen oder die Entscheidung sie doch nicht zu verlasten also man ist nichts mehr hat.

00:29:04: Durch die Kassetten habe ich die Geschichte nicht erfahren, muss ich sagen.

00:29:07: Also im Interview sind dann einige Sachen aufgeklärt worden.

00:29:11: Aber auf den Kasseten man hört halt sofort eine die Intimität.

00:29:14: und eben eines der schönsten was ich sehr schön finde ist eben von ihm eine Kassette eigentlich wo er sagt diese Kassete dient jetzt dazu dass sie zwischen hier und dort hin und her geschickt wird damit wir uns alles sagen können was wir uns sonst nichts sagen können oder was man am Telefon nicht besprechen kann.

00:29:32: und auch sozusagen Er hatte dann so wirklich eine Idee dahinter.

00:29:37: Und das finde ich etwas, was auch für mein Projekt in Bezug auf die Warum man sich Kassetten spricht oder wenn man den akustischen Brief definieren will sehr wichtig ist, dass der eben auf der einen Seite ein Gespräch ersetzt, das nicht mehr stattfinden kann oder das nicht stattfinden können weil man getrennt ist aber auf der anderen Seite was Neues schafft eine Art und Weise miteinander zu sprechen zu vermitteln, zu kommunizieren was man in einem normalen Gespräch gar nicht könnte.

00:30:08: Also es wird der Rahmen geändert und durch das Ändern des Rahmens, da denke ich jetzt an die Psychoanalyser, die sozusagen wo der Rahmen auch immer ganz wichtig wird oder das Setting ein Sprechen ermöglicht, was sonst eben nicht möglich ist.

00:30:27: Ja, es macht total Sinn.

00:30:28: jetzt muss sich darüber nachdenken was du sagst.

00:30:30: aber ich kann das super gut nachvollziehen Weil natürlich, wenn du ... ja klar.

00:30:38: Eigentlich total logisch!

00:30:42: Es ist vielleicht jetzt ein bisschen... also diesen Vergleich meine ich jetzt gar nicht unbedingt.

00:30:47: der akustische Brief kann das was Psycho- oder Lüse kann?

00:30:50: Das meine ich damit eigentlich nicht.

00:30:51: Nein

00:30:51: nein aber dass der Rahmen sich ändert, also dass man natürlich anders über Dinge spricht, wenn man die Personen genauso wie man in Briefen manchmal andere Dinge sagen kann als wenn die Person dir gegenüber sitzt.

00:31:03: Genau Oder das

00:31:03: halt auch so ein Ding ist ja dann Dann schreibe ich dir halt einen Brief.

00:31:08: Oder um all das zu sagen, was man irgendwie nicht sagen kann vielleicht?

00:31:14: Ja.

00:31:17: Es ist natürlich auch viel also interessant oft dass dann zum Beispiel Fragen gestellt werden wie geht's dir manchmal sogar ah dick ist gut als wenn die andere Person geantwortet hat und es ist sozusagen das imitieren eines Gesprächs oder man sagt hallo servus Es ist schon sehr nah dran, aber es gibt Vorbilder wie das gesprochen wird.

00:31:38: Ein Vorbild ist auch das Radio oder Hörsticke im Radio die dann versucht werden oder emittiert werden ein bisschen.

00:31:47: Ich kenne das auch von einer Freundin, die von ihrer Tante aus Kanada so Sprachkassetten geschickt kriegt hat als Kind, wo sie dann irgendwie versucht hat Englisch beizubringen

00:32:01: über die

00:32:01: Kassette.

00:32:02: Also

00:32:03: das war zwischen Brief und Sprachkurs.

00:32:08: Genau, also es war schon so Hallo und wie geht's dir?

00:32:11: Und dann aber auch so okay ich bringe da jetzt

00:32:13: bei

00:32:14: was weiß ich nicht eben halt so ein paar englische Wörter.

00:32:19: Gibt es die Kassetten noch?

00:32:20: Also unser Projekt läuft noch bis April six und zwanzig.

00:32:23: Ich werde zweite Leit, ich kenne nur die Erzählung dazu.

00:32:31: Ja wir haben ihm auch Interesse tatsächlich mit Leuten zu sprechen, die das damals gemacht haben.

00:32:36: Manchmal auch wenn es gar keine Kassetten mehr gibt weil manchmal sind auch diese Erzählungen an sich eher nicht spannend und der Verlust vielleicht der Kasseten.

00:32:45: also manchmal gibt's die Kassette eben nicht mehr oder niemand weiß mehr wo das ist oder dass es irgendwo.

00:32:55: ja und das interessiert mich auch dieses Weil wir vorhin auch gesprochen haben, es ist möglich was zu sagen, was man sonst nicht sagen kann.

00:33:04: Aber ich finde diese Abwesenheit und gleichzeitig Anwesenheiten immer irgendwie drinnen.

00:33:12: Also dass jemanden herholt in dem er jetzt eine Kassette bespricht.

00:33:19: Und so wie ich vorher vom Alli Gedeck erzählt habe dann ist das Ding aus, Kassett ist zu Ende und es ist sozusagen wieder totale Leere und totale Lücke da!

00:33:31: Gibt es noch etwas, was wir uns anhören wollen?

00:33:34: Ja.

00:33:35: Also vielleicht machen wir.

00:33:41: Da hast du vier, ne?

00:33:42: Nehmen wir mal das dritte von oben.

00:33:44: Das ist die Tochter.

00:33:45: Genau und das ist eine Kassette gewesen auf der drauf steht nur mit Bleistift geschrieben.

00:33:51: Ich glaube Mama August ja.

00:33:59: Und wir haben dazu keine... Also ich habe mit dem Person gesprochen, die das der österreichischen Meditik übergeben hat und er weiß nicht wer das ist.

00:34:08: Nein!

00:34:09: Aber woher kommt die Kassette dann?

00:34:11: Es sind glaube ich von seinem Cousin gewesen, die meisten Kassetten, die er übergeben hatte.

00:34:18: Darunter waren auch gesprochene Briefe, auch welche die er kannte oder wo er halt die Protagonistinnen kennt.

00:34:25: aber diese konnte er nicht zuordnen Und deswegen haben wir nur die... Also das haben wir bei einigen, auch bei Briefen, die wir halt im Archiv finden.

00:34:35: Wo wir manchmal gar keine Übergeber mehr haben.

00:34:37: Dann wissen wir halt, wir haben nur die Informationen, die auf der Gazette steht oder auf der Platte steht oder die akustische Spur und genau.

00:34:45: Okay dann hören wir uns das mal an!

00:34:52: Wir

00:34:55: wissen nicht, wie es geht.

00:34:57: Aber wir haben

00:35:07: viel Spaß.

00:35:11: Oh mein Gott!

00:35:12: Es ist wirklich schwierig zu füllen eine Tape.

00:35:18: Ich wusste nie, wie schwer es war.

00:35:22: Jetzt weiß

00:35:25: ich, was

00:35:26: du durchgehen musst.

00:35:30: Ich fühle mich, dass du hier in der Haus mit uns bist.

00:35:39: Ich

00:35:41: bin glücklich und glücklich.

00:35:47: Ich fühl mich, wie ich singe

00:35:53: und tanze.

00:35:56: Wow!

00:35:56: Ich mache fast alles unter den Sonnen.

00:36:05: Jetzt werde ich noch ein Song singen

00:36:11: für dich.

00:36:16: Ja, bis hierher hatte ich es vorgeschlagen.

00:36:19: Ich glaube sie fangt das auch noch zu singen an und hat eine sehr schöne Stimme.

00:36:25: Aber bei der Kassette war tatsächlich so dass sie zusammen mit ihrer Oma Die eben auch die Mutter ist von der Mutter der Tochter.

00:36:34: Kompliziert, oder?

00:36:35: Also es sind... Es ist Großmutter-Muttertochter und die Mutter is in Wien und Großmütter und Enkelin sind in New York in den USA Und sie schicken diese Kassette.

00:36:45: Ja Dann beginnen die zu singen und zu sprechen.

00:36:51: Das ist dann schon die zweite Seite Wo sie dann sagt ja ich hab das Gefühl du bist hier bei uns Ich bin glücklich.

00:37:01: Ja, auf das wollte ich raus.

00:37:03: Aber

00:37:04: niemand weiß wer die zwei sind!

00:37:06: Weil das müsste man doch wissen in der Familie wenn Leute in den USA ausgewandert sind?

00:37:16: Es ist also... Ich glaube nicht dass sie verwandt sind mit dieser Familie die das letztlich übergeben hat.

00:37:23: Also sehr sicher sogar nicht.

00:37:25: Und es gibt nur einen Ernst der wird angesprochen Der wahrscheinlich aus Wien ist Und die Tochter, die kommen aus den USA und sie ist nach Österreich ausgewandert.

00:37:36: zu ihrem Ernst.

00:37:38: Also wir haben ja Vornamen.

00:37:43: Wie diese Kassette in diesen Familienbesitz bekommen ist... Weiß man nicht!

00:37:51: Lustig!

00:37:52: Wir haben viele Briefe von denen wir nur nicht den Kontext kennen oder den Kontex nur erschließen können von dem was uns überliefert ist.

00:38:01: Deswegen finde ich allerdings, es ist nur so ein kleiner Zwischensatz wichtig die Objekte immer mit aufzuheben weil viele Archive halt sagen okay wir digitalisieren unsere Bestände und das Originalobjekt brauche ich dann gar nicht mehr weil man natürlich fotografisch komplett erfasst hat man das dann noch dabei.

00:38:20: aber auch die Möglichkeiten was zu digitalisierend verändern sich.

00:38:25: also vielleicht kann man's später noch etwas herausfinden, was wir jetzt noch gar nicht wissen.

00:38:31: Aber wer wäre das alles nicht mehr da nur von der akustischen Spur?

00:38:34: Also dass dann halt jeder Zeichen mit Bleistift aufgeschriebener Notiz wichtig um etwas einzuordnen.

00:38:43: Ja oder das glaube ich so wie du das vorhin auch gesagt hast, dass das was tut wenn man es in diesem in dem Gerät hört indem's produziert worden ist.

00:38:53: also das ist ich weiß nicht das ist das Material irgendwie mit begreift.

00:38:59: Ja, also eben bei den Schallplatten ich weiß nicht ob du so eine jemals gesehen hast oder das ist auch das Wissen ganz weniger dass man eben zwischen den dreißiger und fünfziger Jahren Schallblatten selber schneiden konnte als er halt selten zu Hause.

00:39:13: aber Das war schon ein Medium ein mögliches.

00:39:16: Und wenn die dann halt auf dem Plattenspieler liegt und sich dreht Dann hast einfach diese Geräusche Die der plattenspiller macht um die platte macht.

00:39:27: Die verstehst du sofort und dadurch kannst du sie irgendwie besser rausfiltern.

00:39:31: Du hörst sie trotzdem, aber du hörst Sie stören nicht so wie wenn ich es vom Laptop abspiel.

00:39:37: Und natürlich klingt auch der Raum Es klingt das ganze Gerät im Raum nochmal ein bisschen anders.

00:39:43: Also ich liebe es total.

00:39:44: Ich finde es total schade dass wir viele Sachen eben gar nicht spielen dürfen Weil sie unbeschädigt werden.

00:39:52: Ja ja weil es halt auch was tut damit du Ich weiß nicht, selbst bei einer Kassette oder dass du dann halt einfach so vorspulen musst.

00:39:58: Und dann gibt es dieses Geräusch zum Vorspulen und dann...

00:40:01: Genau!

00:40:02: Das hat eine eigene Qualität oder?

00:40:04: Dass sich das stopptrück oder dass das Drücken an sich irgendwie Spaß macht.

00:40:09: Oder das Verstehen von diesen Zeichen.

00:40:11: Das ist auch heutzutage gar nicht mehr für unsere Kinder, selbstverständlich, das Playzeichen oder der Stop-Zeichen oder Pausezeichen.

00:40:19: Ja, das gibt's ja noch oft aber ...

00:40:24: Hast du selbst begonnen, Briefe zu schreiben?

00:40:26: Nachdem du

00:40:28: das Archiv

00:40:29: begonnen hast aufzubauen oder zu sprechen.

00:40:33: Nein habe ich nicht!

00:40:36: Also ich hab einmal was...eine Kommunikation begonnen die dann nicht wirklich weitergegangen ist.

00:40:42: Das war so ein Versuch Kennt es total, dass es ja eh auch was aus den Briefen total oft vorkommt.

00:40:50: So das man dann vor dem Mikrofon ist.

00:40:52: und was soll ich denn jetzt sagen?

00:40:54: Und ich weiß ja gar nicht also mal will irgendwie etwas sprechen.

00:40:56: Man will in die Nähe nah sein oder in Kommunikation treten... ...und schafft's dann irgendwie nicht!

00:41:04: Ich weiß gar nicht was ich sagen soll oder... Das habe ich auch total gemerkt.

00:41:10: Wie ich da anfangen sollte was zu schreiben, mich aus deinem Handy also zu sprechen versucht dass es mich total nervös gemacht hat.

00:41:21: Was ich mich auch schon immer frag und was du vielleicht beantworten kannst, wenn man so alte Briefe liest von Leuten vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts dann hat man das Gefühl diese Sprache die der Verwendung so wahnsinnig geschwollen und literarische

00:41:38: Sprache ist

00:41:40: Und ich habe mich denn irgendwann gefragt ob die Leute damals so miteinander kommuniziert haben oder ob das einfach diese Form war.

00:41:45: Ich schreibe und deswegen schreiber ich halt so geschwollen, würde man heute sagen.

00:41:51: Also dieser Frage könnte ich dir wieder eine andere geben.

00:41:56: Und zwar... ich zeige es dir hier ja?

00:42:01: Das wäre der Brief ab Minute drei zehn.

00:42:07: Aber wir nennen den Namen nicht!

00:42:08: Wir nennen jetzt nicht.

00:42:10: Ja also da war jetzt schon drei Minuten Wien statt meiner Träume.

00:42:23: Also das ist jetzt das Ende.

00:42:25: Es sind vier Minuten, also wir haben uns an, vielleicht musst du was rausschneiden dann...

00:42:36: Ist das Teil der Musik?

00:42:38: Das ist Teil dieses Turmbandbriefes aus den Sechzigerjahren.

00:42:52: Aus dem

00:42:52: USA nach Wien!

00:42:53: Nicht

00:42:57: ungekehrt,

00:42:58: nein?!

00:43:19: Good evening or wie sagt man auf Deutsch Guten Abend Verzeihen.

00:43:25: Sie kann ich hereinkommen.

00:43:28: Sie kennen mich zwar nicht, ich habe nur fünf Minuten von Ihnen entfernt gewohnt.

00:43:35: Das war vor neunundzwanzig Jahren.

00:43:38: Ich habe damals mit der Freundin zusammengewohnt.

00:43:42: Dann habe ich einen kleinen unfreiwilligen Ausflug gemacht und seitdem habe so viel von Ihnen gehört dass ich das Gefühl habe, dass wir uns ziemlich gut kennen.

00:43:53: Wir haben uns mit dem Lied Wien statt meiner Träume ein bisschen in den richtigen Mut gebracht.

00:44:03: Wir wollen mit Ihnen plaudern und alles erzählen, was wir machen.

00:44:07: Bevor Ihre gute Freundin hier zu Wort kommt will ich zuerst Ihnen danken dass Sie zu meinen Eltern so nett waren Und mein Vater hat mir oft geschrieben wie herzlich sie waren.

00:44:21: Ich werde später wieder mit ihnen sprechen.

00:44:23: noch hier kommt Fritzi.

00:44:26: Ja, hier bin ich.

00:44:27: Hallo Fritze!

00:44:30: Lea und Crystal.

00:44:32: Wie gern möchte ich zu Tradel und Kurt auch Hallo sagen?

00:44:35: Warum sind sie nicht mit euch, haben auch zu mir gesprochen.

00:44:41: Ihr könnt euch gar nichts vorstellen wie aufgeregt ich bin und ich hoffe nur dass sich alles gut in Deutsch sagen kann was ich als sagen möchtet.

00:44:49: vor allem vielen Dank für euren Brief den ich leider so lang unbeantwortet gelassen habe.

00:44:56: Und

00:44:58: jetzt dieses.

00:45:04: Das ist kein Weihrekord.

00:45:13: Ein

00:45:13: Tornband gekommen, das war die beste Idee.

00:45:16: Wer hat denn eigentlich diese Idee gehabt?

00:45:20: Alles ist so wunderbar zusammengestellt!

00:45:22: Das einzige war dass wir bis jetzt es nicht hören konnten weil wir selbst keinen Apparat haben, um es zu spielen.

00:45:34: Wir waren bei meiner Freundin in New York zur Silveste und die haben seinen Apparat und da haben wir das

00:45:41: gehört.

00:45:42: Und wie Christl gesagt hat mit den Taschentischen, sie hat recht gehabt Ich war sehr aufgeregt und musste weinen.

00:45:58: In der Zwischenzeit weint sich schon wieder.

00:46:01: Na ich muss ja besser zum Lachen bringen damit Sie weiterreden

00:46:05: können.

00:46:15: Ich glaube, vorhin habe ich dir erzählt davon noch nicht während wir hier jetzt aufgenommen haben.

00:46:22: Das ist der Brief, der eben von der jüdischen Familie kommt das jüdische Ehepaar, dass in den sechziger Jahren einen Tonbandbrief an die Freundin nach Wien schickt und es sind achtunddreißig sind geflogen in die USA Und er spricht von einem unfreiwilligen Ausflug den er da machte.

00:46:43: Also da haben wir manchmal auch bei Lehrveranstaltungen auf der Uni dann Close-Listenings gemacht und geschaut was kommt, also was höre ich wenn ich nur diese Sequenz höre?

00:46:53: Was kann ich da schon verstehen?

00:46:56: oder was gibt es für Assoziationen?

00:46:58: ja und ich finde das ist schon sehr viel drinnen.

00:47:01: Das kommt oft meistens die richtige Auflösung ein bisschen.

00:47:06: Oft ist es halt wirklich so dass eine in der Familie dann irgendwie ganze Familie abgrast und von allen eine Aufnahme macht, damit sie die Grüße

00:47:15: schicken.

00:47:16: Und so hat man dann oft auch mehrere Familienmitglieder auf einem Brief und wir, die ja den Kontext nicht haben können nicht viel verstehen außer diese Zwischentöne, die wird dann halt schon verstehen was da sonst alles passiert?

00:47:30: Was will vielleicht selber gar nichts in Worte fassen können?

00:47:32: Was soll alles hören?

00:47:36: Was ist denn deine wissenschaftliche Aufgabe?

00:47:40: Weil das ist ja auch eine

00:47:42: sehr

00:47:43: lustige Emotionalaufgabe rauszufinden, wer die sind und in welchem Verhältnis sie dazustehen.

00:47:48: Aber was ist die Wissenschaft, die dahinter steckt?

00:47:55: Ja ich möchte zum einen historisch als Historikerin dokumentieren indem wir diese Sammlung machen geht es so ein bisschen darum überhaupt sammeln, dokumentieren archivieren dass es da ist für andere Forschungsprojekte.

00:48:10: Also wir haben eben so eine große Auswahl an verschiedenen Kontexten, dass sich nicht alle Briefe die wir in unserer Sammlung haben auch wirklich intensiv irgendwie beforschen kann.

00:48:20: Aber was ich möchte?

00:48:23: Ich möchte den gesprochenen Brief definieren können.

00:48:26: Was ist das eigentlich und was zeichnet denn aus?

00:48:30: also sozusagen diese der veränderte Rahmen eines Gesprächs, zum Beispiel.

00:48:37: Welche Momente sind das?

00:48:38: Was sind seine Funktionen?

00:48:39: Wozu ist er da?

00:48:41: Aber was mich persönlich oder emotional wahrscheinlich selber so fasziniert hat an dem Thema ist schon wie schaffter es dass das so emotional wird?

00:48:49: also auch wir hören fremde Menschen sie sind uns so nah so schnell Dann lacht jemand und man muss irgendwie mitlachen.

00:48:57: Oder dann sagt sie, du bist ein Trottel und haut auf den Tisch wahrscheinlich oder das alles wackelt oder zu ihm.

00:49:07: Also warum ist es so emotional?

00:49:10: Die Stimme und gerade die Stimme... Und da bin ich dann auch etwas mit der psychologischen Theorie dran oder versuchte es damit ein bisschen zu erklären.

00:49:19: Warum...?

00:49:20: ist eine Stimme so nah von der wir eben die gerade vom Körper getrennt sind.

00:49:24: Also diese Tonaufnahme, das war ja sozusagen ein Riesending dass man plötzlich die Stimme wirklich vom Körper trennen konnte.

00:49:30: oder man kann sagen es waren Jahrhundert Jahre alter Wunsch das zu schaffen und dann ging's auf einmal.

00:49:37: Es ging relativ einfach muss man sagen.

00:49:40: Die Schalwelle in einem Entrichter, einen Membran bewegt sich und schneidet den Wachs.

00:49:46: also auch so.

00:49:47: Warum hat man so lange gebraucht, es rauszuwenden?

00:49:53: Ja und das interessiert mich.

00:49:56: Dazu möchte ich gerne etwas Schönes antworten können was plausibles da bin ich ein bisschen oder dass ist meine Aufgabe.

00:50:06: aber schon nach den akustischen Brief natürlich in seiner Veränderung in der Entwicklung mit den Jahren mit den verschiedenen technischen Möglichkeiten.

00:50:15: die Technik hat sich sehr geändert.

00:50:16: Was hat das wieder gemacht?

00:50:18: Wie hat das auch den Brief verändert?

00:50:22: Und hast du schon Antworten?

00:50:25: Ja, also ich finde mit Psychonalyse kommt man weiter.

00:50:30: Also eins wäre... wenn man über Akkusmatik nachdenkt ist sozusagen eine akkusmatische Stimme ist eine Stimme die, das kommt da aus der Filmwissenschaft glaube ich eher Die wozu man keinen Körper kennt.

00:50:47: im Film, die stimmen aus dem Off Und da gibt es ja manche Filme, die ganz viel damit funktionieren.

00:50:52: Die so eine Erzählstimme zum Beispiel drüber

00:50:54: haben oder?

00:50:55: Genau!

00:50:56: Ich finde bei dem Film kann man sich das auch noch mal gut vorstellen.

00:50:59: und wenn wir die Stimme... Das erste Mal eine Stimme hören sind wir im Bauch unserer Mamas und da haben wir auch keinen Körper dazu.

00:51:10: Also unsere Ur-Erfahrung mit Stimme ist eigentlich einer ...die Stimme und Körper als eine Einheit erst irgendwann später zusammenbringt.

00:51:21: Also unsere erste Erfahrung ist eigentlich mit Stimmen, die eben irgendwie von draußen kommen und keinen Körper haben, den kennen wir noch gar nicht.

00:51:30: oder können wir das so gut vorstellen?

00:51:33: Das eine was ich mir sehr gut vorstellen kann wieso uns das so trifft oder wieso es das so berührt.

00:51:39: Und auch in dieser Vorstellung ist es eine Verbindung von zwei Welten also... Genau.

00:51:47: Die Frage, wie weit möchte man gehen?

00:51:48: Aber bei mir jetzt auch mit Migration und Sound und so das ist auch eine Sound die akustische Ebene kann sozusagen diese Grenze überschreiten irgendwie Und dass es in dieser Erfahrung auch so... Das sind zwei komplett unterschiedliche Welten, die da miteinander verbunden werden über die Stimme oder über das Akustische.

00:52:08: Es gibt ja auch so eigene Sounds.

00:52:13: Ich glaube es hat auch irgendein Begriff, das ich irgendwann anders mal gehört dass du Städte zum Beispiel eigene Sounds haben.

00:52:19: Und wenn du das hörst, bist du dann einfach sofort dort oder es aktiviert irgendwas anderes im Körper als jetzt einen Geruch kann glaube ich was Ähnliches bewirken.

00:52:28: aber ein Bild ist einfach so irgendwie anders abgekoppelt vom... Ich weiß nicht von so einer körperlichen Erinnerung oder?

00:52:36: Ja genau und das ist sowas woran nicht Woran ich denke?

00:52:43: Und das andere auch jetzt Psychoanalytikerinnen, die zur Stimme gearbeitet haben und sozusagen die Susanne Mariello hat es in den neunziger Jahren Sound-Object genannt.

00:52:55: Also dass die Stimme für eben das ungeborene sozusagen das erste Objekt ist, dass manchmal da ist und manchmal nicht da ist.

00:53:06: Und auch wo man schon sowas wie eine Sehnsucht oder Abwesenheit Anwesenheit lernt, so eine Uher-Erfahrung davon hat.

00:53:15: Was dann später die Brust wird sozusagen, die ja ganz wichtig ist in der psychologischen Theorie und sozusagen die Stimme wäre das vorher schon.

00:53:23: Und ich glaube in diese Richtung geht es... Ist ein bisschen weit weg vom gesprochenen Brief aber auf der anderen Seite ist es auch wieder nahe weil man schickt sich da die Stimmen

00:53:39: und meinst du nicht dass es vielleicht noch sehr viel einfacher ist.

00:53:45: Vielleicht ist das ja auch beides gleichzeitig, aber ich finde es total schön was du sagst.

00:53:49: Okay ja eher so Psycho-Analyse eben... Aber dass man, weil ich denke mir immer gerade mit Podcasts, warum finde ich Podcasts so toll jetzt im Vergleich zu YouTube?

00:54:00: Ich mag zum Beispiel überhaupt nicht dann so Gesprächen zuschauen.

00:54:04: Es gibt andere Leute die mögen das lieber weil ich dann auch immer so eine Vorstellung zu diesen Menschen habe.

00:54:09: Die sind mir irgendwie näher dadurch, dass sie mir entfernt, dass es sich kein Bild von ihnen hat.

00:54:14: aber meine Erklärung ist immer mein Hirn macht da durch halt eine eigene Erklärungen dazu und ist deswegen gefordert und deswegen braucht's irgendwie mehr Konzentration in Wirklichkeit

00:54:29: oder sowas.

00:54:30: Akust, also sozusagen einfach zu hören über die Kopfhörerstimmen.

00:54:34: Oder du hörst ja eben die Stimme aber du hast auch irgendwie die Geräusche oder vielleicht das eine oder andere Kulie oder so auf Schreibtisch... Aber war das schon eine alternative Erklärung?

00:54:48: Na weiß

00:54:48: ich nicht!

00:54:49: Meine alternative Erklerung ist total unwissenschaftlich.

00:54:52: Wäre zu sagen dass das Gehirn muss sich irgendwie anders anstrengen.

00:54:55: Also es wird irgendwie ein anderes gefordert als wenn man Bild und Ton gleichzeitig hat wenn man nur den Ton hat.

00:55:03: Aber das ist jetzt auch keine Erklärung, warum der Ton jetzt intimer wirkt als ein Bild?

00:55:10: Ich glaube er ist... aber das ist nicht wissenschaftlich unbedingt, aber er ist nicht so abgegrenzt.

00:55:21: Der ist im Raum die Scharlwellen oder das geht ja auch sehr tief Wobei man könnte auch sagen, das Bild im Auge geht sehr tief bis ins Gehirn oder so.

00:55:29: Ja

00:55:30: vielleicht ist es doch mit dem... Hat die Psycho-Analyse dadurch recht?

00:55:34: Ich kann's nicht hören bevor man sieht!

00:55:37: Du kannst sich weniger davon abgrenzen.

00:55:39: Ein Bilder kannst du irgendwie noch entscheiden hinzuschauen wobei das Bewegtbild auch schwierig ist.

00:55:43: Das zieht auch alle an.

00:55:45: Aber wo du bist und wo der andere isst, ist beim Bild leichter voneinander zu trennen als beim Ton.

00:55:56: Ja, also ziehe ich schon wieder so im anderen Hand sein.

00:56:02: Also wenn du Kopfhörer auffassst hast du das Gefühl dass in der Stimme im Kopf oder auch Musik... Das ist ja was dann in dir drinnen irgendwie?

00:56:12: Auch anders als ein Bild.

00:56:15: Aber das... Ja

00:56:19: schön!

00:56:19: Okay, ein letztes noch und dann...

00:56:23: Eins zum Abschied.

00:56:24: Gibt's eins das zum Abscheid?

00:56:31: Willst du etwas Trauriges oder was Lustiges?

00:56:38: Da steht bei einem Verabschiedung.

00:56:40: Ist das traurig?

00:56:41: Das ist so, das eins, zwei, drei, vierte von oben.

00:56:45: Ninzeundsechzig-Verabschiederung.

00:56:47: Das sind die Tochter, die wir schon gehört haben.

00:56:50: Wollen wir dir zum Ende hören?

00:56:51: Ja!

00:56:52: Vielleicht geh einfach zufällig in die Hermanns die letzte Minute an.

00:56:59: In ca.

00:56:59: zehn Jahren... probably flying to the moon and well, you know that's life.

00:57:11: hey mommy do u

00:57:12: singe dat song by Frank Sinatra?

00:57:16: if u need the words or if u want the record let me know cause i'll get it for ya.

00:57:19: I like the record.

00:57:22: And...I think It would fit well with your past experience.

00:57:29: You know..that is your repertoire so says

00:58:04: Vielen Dank, dass

00:58:04: du da warst.

00:58:05: Danke für die Einladung!

00:58:07: Kann man das irgendwo, gibt es irgendwas

00:58:09: was man

00:58:09: digital

00:58:10: hören kann?

00:58:11: Also wir machen die Datenbank also bleibt dran.

00:58:14: Wir haben eine Homepage da wird es auch angekündigt sonyme.at und es gibt die österreichische Mediathek und das von der Grammarchiv Und sie haben auch Archivalien.

00:58:24: Man kann auch nach Sonyme fragen und fragen ob man etwas hören kann oder man kann sich an uns wenden an mich wenden Weil meine Idee hat, was zu machen.

00:58:32: Was künstlerisch ist ein Forschungsprojekt also es gibt.

00:58:34: wir haben so viel Material sowas so viel schönes Material.

00:58:38: Es muss unbedingt etwas damit gemacht werden

00:58:40: hier cool Danke danke

00:58:43: danke dir.

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