3.000 Jahre altes Altpapier

Shownotes

Eines der dunkelsten Museen in Wien ist das Papyrusmuseum. Es ist nicht so leicht zu finden, aber ist man einmal drinnen, stößt man auf einen Haufen „Altpapier“ aus 3.000 Jahren ägyptischer Geschichte: Quittungen über Schafe, den Brief einer betrogenen Ehefrau oder Gossip unter Soldaten – festgehalten auf Papyrus.

Sandra war vor Ort und hat einige Geschichten und Gedanken mitgebracht. Achtung: Was euch beim Hören passieren kann, ist, dass ihr eure Umgebung plötzlich anders wahrnehmt. Zitat Sandra: „Seitdem ich im Papyrusmuseum war, achte ich ganz anders auf Quittungen.“

DANKE an die Österreichische Nationalbibliothek, denn diese Episode entstand im Rahmen einer bezahlten Kooperation bei redaktioneller Unabhängigkeit.

LINKS: Papyrusmuseum: https://www.onb.ac.at/museen/papyrusmuseum

Österreichische Nationalbibliothek: https://www.onb.ac.at/

Cat People Podcast von Sandra: https://pod.link/1866920596

KURIOUS RADIO ist ein Podcast von THE KURIOUS MAG. Aufnahmen, Recherche und Artikel von Sandra Herbsthofer.

Das PRINT-MAGAZIN zum Podcast gibt es auf www.thekuriousmag.com

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo Sandra, willkommen im Curious Radio.

00:00:03: Hi Iris!

00:00:05: Ja und hallo an alle die hier zu hören.

00:00:06: Willkommen zu einer neuen Episode Curious radio dem Podcast der euch jeden Freitag in ein neues Rabbit Hole mitnimmt und die Neugierde an sich feiert.

00:00:15: Das Curious-Radio ist ja der Podcast zum Curious Magazine das es tatsächlich als Printmagazin zu kaufen gibt auf Papier gedruckt Im Cuesk um die Ecke oder bei uns im Online Shop.

00:00:26: wir stellen den Link natürlich in die Show Notes Und wenn ihr dieses Magazin schon habt, dann kennt ihr darin vielleicht den Artikel von Sandra mit dem Titel Altpapier aus dreitausend Jahren ägyptischer Geschichte.

00:00:38: Sandra war nämlich für uns im Papyrusmuseum in Wien unterwegs und hat sich das angesehen.

00:00:43: Es ist laut Google Reviews ein kleines und interessantes Museum.

00:00:47: So viel halten fast alle Google Review fest.

00:00:50: Manche feiern auch den Museumswert dort.

00:00:52: Den hat Sandra leider nicht getroffen.

00:00:54: Dafür aber Professor Palme, der sie durchgeführt hat und ihr einiges über diese Papierfetzen, dieses Altpapier erklärt habt.

00:01:02: Er werdet hier im Podcast also von auf Papyrus festgehaltenem Gossip hören – von einer betrogenen Ehefrau!

00:01:10: Und was eine Rechnung über Schafe uns über die Geschichte erzählen kann?

00:01:16: Sandra hält von diesem Museum ziemlich viel... ...und ihre Zusammenfassung ist folgender….

00:01:22: Hast du ein Wort, das so ein Teaser ist für das Museum?

00:01:27: Nostalgie.

00:01:29: Vielleicht auch eine Art und Dunkel finde ich.

00:01:36: Dünke ist das Kunsthistorische.

00:01:38: Ich finde es ein sehr dunkles Museum.

00:01:40: Es ist auch also... Ich weiß nicht ob das interessant ist, sonst schneiden wir's einfach raus.

00:01:44: aber ihr habt mich ja mit deiner Kamera dorthin geschickt Und es ist ein Museum, in dem wirklich überhaupt nicht fotografiert werden darf, weil die Stücke so sensibel sind.

00:01:54: Also alles was mit Blitz zu tun hat geht sowieso nicht und so ist auch die Beleuchtung.

00:01:58: Also da gibt's keine Neonröhren.

00:02:00: das ist alles eher romantisch würde ich sagen von der Lichtstimmung her.

00:02:06: Ich

00:02:12: bin Sandra, ich mache Podcasts.

00:02:14: Ich bin selbstständig und mache so ein bisschen durch die Bank alles.

00:02:17: Ich sage immer, ich bin Podcast Allrounderin.

00:02:19: Mein Steuerberater sagt mir immer darauf, dass er das schön findet wenn man seine eigenen Berufe erfindet weil er das noch nicht gelesen hat.

00:02:27: und er hat sich jetzt irgendwie das letzte Mal zu mir gesagt, er schaut sich das jetzt ab und er ist Steuer Allrounder So.

00:02:34: Okay, so viel zu Sandra und ihrem Steuerberater aber was sie euch hier verschwiegen hat ist... Und das war an dem Zeitpunkt als wir das Gespräch aufgenommen haben noch so neu dass es ihr ein bisschen schwer fällt darüber zu sprechen.

00:02:46: mittlerweile ist es veröffentlicht und ihr könnt es euch anhören.

00:02:50: Es ist Ihr eigener Podcast und das ist auch eine curious Empfehlung.

00:02:55: Ich mache einen Podcast der heißt Cat People Und in dem Podcast treffe ich Menschen, die man kennt und ihre Katzen.

00:03:03: Das ist ein Gespräch zum Promi Talk der etwas anderen Art wahrscheinlich wo mich Menschen zu sich nach Hause einladen, die Katzen haben und genau wir sprechen über Katzen.

00:03:16: Es ist alles für die Katz quasi in diesem Format.

00:03:19: es

00:03:20: wird sicher sehr süß

00:03:21: Ja mal schauen.

00:03:21: also ich habe beim die Folgen bis jetzt produziert worden.

00:03:24: da gibt's viel Menschengespräche, aber die Katzen melden sich auch irgendwann mal wieder zu Wort auf der Tonspur.

00:03:30: Und das ist, glaube ich sehr atmosphärisch als man merkt einfach dass es nicht in einem Studium aufgenommen wird.

00:03:35: und das finde ich bei Podcasts halt immer geil wenn man das Gefühl hat, man ist ein bisschen näher dran.

00:03:41: So habe ich's euch verkauft.

00:03:43: dann hört euch diese Folge jetzt an und da könnt ihr ja rüber wechseln.

00:03:46: zum Cat people Podcast!

00:03:48: Sehr gut.

00:03:50: Und dann muss ich noch etwas sagen, nämlich ein riesengroßes Dankeschön an die UNB, die österreichische Nationalbibliothek.

00:03:57: Das Museum das es geht – das Papyrus-Museum ist Teil der österreichischen Nationalbiblothek und diese Podcastepisode, die Recherche unter Artikel im Magazin selbst sind in Kooperation mit der UNB entstanden.

00:04:10: D.h.,

00:04:11: wir haben dankenswerterweise Geld dafür bekommen, um das Umsetzen zu dürfen und zwar in redaktioneller Unabhängigkeit.

00:04:19: Also uns wurde nicht gesagt was wir schreiben sollen sondern uns wurden die Türen geöffnet alles erklärt Wir wurden eingelassen um dieses Museum von ihnen zu sehen.

00:04:29: also ein riesengroßes Dankeschön an die UNB!

00:04:33: Wir geben den Link zum Papyrusmuseum natürlich in die Show Notes genauso wie... zur UNB selbst, weil dort könnt ihr auch mal nachschauen, welche anderen kleinen Museen dann noch unter die UNB fallen.

00:04:45: Ich glaube da gibt es vieles was wirklich wirklich interessant und gar nicht so sichtbar ist.

00:04:51: Genau!

00:04:52: Und jetzt aber zurück zu Sandra und zum Papyrusmuseum das nämlich auch gar nicht zu leicht zu finden ist am Heldenplatz in Wien.

00:04:59: Es ist ganz süß man kommt rein und dann geht's eben runter in den Keller.

00:05:04: Genau dort war ich und das ist irgendwie total abgefahren, weil man läuft diesen Papyrusmuseum nicht über den Weg.

00:05:10: Man kann da auch nichts rein stolpern, denn man muss schon wissen wo es ist, dass man sich dort einfindet.

00:05:20: Es hat mich aber auf ganz vielen Ebenen abgeholt dieses Museums und fand es richtig schön!

00:05:27: Ich freue mich, dass wir heute darüber sprechen können, weil es ein Museum ist, auch wenn's klein ist... Und vielleicht nicht so bekannt wie andere Museen, die es in den Wind gibt.

00:05:37: Ist auf jeden Fall eins was ich glaube weiter empfehlen werde dass man da mal reinschaut.

00:05:42: Hast du vorher irgendwas mit Papyr?

00:05:44: Papyri heißt das wahrscheinlich, oder?

00:05:46: Papyri anfangen können.

00:05:48: Nein!

00:05:48: Ich musste das auch erstmal Google.

00:05:50: also ich war sehr dankbar dass am auf der Website des Papyrus Museums ja genau erklärt wird was Papyris sind Genau und habe mich dann erst einmal einlesen müssen bevor ich dorthin gefahren bin.

00:06:02: Ich wusste das hat was mit Ägypten zu tun.

00:06:04: Ja,

00:06:05: so weit komme ich auch noch nicht

00:06:06: dieser Kulturkreis.

00:06:08: Das konnte ich irgendwie verorten.

00:06:10: Aber ich wusste zum Beispiel nicht dass Wien die größte öffentlich zugängliche Papyrus-Sammlung der Welt hat.

00:06:19: Okay.

00:06:21: Weil warum?

00:06:24: Wegen eines historischen Zufalls... Hingefahren.

00:06:28: Und mich hat das auch direkt total interessiert und hab dort Professor Bernhard Palme getroffen, der ist der Direktor des Papyrus Museums und unterrichtet an der Universität Wien am Lehrstuhl für Papyrologie.

00:06:42: Das ist so toll!

00:06:42: Das gibt's wirklich?

00:06:43: Ja, das gibt es wohl auch irgendwie in so einer Handvollstätten und unterm in Wien.

00:06:48: Also dass alles macht Wien zu seiner Papyrushauptstadt.

00:06:52: Ich find' das ganz verrückt und crazy.

00:06:54: Der hat mir eben erklärt warum das so ist.

00:06:57: Das hängt ganz ursächlich mit dem Zustandekommen unserer Papyrus-Sammlung zusammen.

00:07:03: Und das war eine besonders glückliche personelle Konstellation.

00:07:08: Es gibt drei Personen, die wichtig sind in dieser Geschichte.

00:07:13: Wir sind im Jahrhundert.

00:07:16: Ende des Jahrhunders und einer der Schlüsselfiguren ist ein Gelehrter.

00:07:22: Gewisser Josef von Karabacek... Professor für Arabistik an der Universität Wien.

00:07:28: Und er hat sich natürlich für arabische Kultur generell und für arabischen Manuskripte interessiert.

00:07:34: Jedenfalls kannte der einen Teppichhändler, der öfter in Ägypten zu tun hatte und war mit ihm in Kontakt.

00:07:46: Dieser Teppishändler der Theodor Graf Bei einem Moment dabei, der sich als historischer Weisen sollte später in Ägypten nämlich zu einem Zeitpunkt wo in einer ägyptischen Siedlung Arbeiter eine Mülldeponie ausgehoben haben.

00:08:05: Im Fajom in dieser großen Halboase so acht Sekunden Kilometer südlich von Cairo als die lokalen Bauern das gemacht haben, was sie wahrscheinlich schon Jahrhunderte lang immer wieder gemacht haben.

00:08:18: Nämlich in den Abfallhaufen der antiken Siedlung an also in den Mülldeponien des Siedlungen aus der griechisch-räumischen bützeltinischen Zeit, die normalerweise eben am Rande der Agrarzone lagen gerade dort wo die Wüste beginnt.

00:08:34: Dort haben sie noch fruchtbarer Dünger Erde gegraben und die ausgegraben und auf ihren Feldern verteilt.

00:08:41: Und das war ein alltäglicher Vorgang.

00:08:44: und der Theodograf kam gerade dazu, als die offensichtlich so etwas wie eine Altpapierdeponie angestochen haben.

00:08:52: Da ist er auf diese verschmutzten Papyrusfetzchen gekommen hat, bemerkt es ist beschrieben.

00:08:58: Man kann sich das so vorstellen wenn man da über Altpaperschnipsel redet dann sind das wirklich so zerfetzte Papyrustücke Man als Müll irgendwie betrachtet hat.

00:09:09: Und der hat das mitbekommen, hat sich diese Schnipsel angeschaut und gedacht, ah, das könnte aber eigentlich was sein, was man sich universitär oder wissenschaftlich nochmal anschauen sollte.

00:09:20: Diese Teppichhändler?

00:09:21: Genau dieser Teppichehändlern.

00:09:22: Der hat dann diesen Müll gekauft, also dieses Papier nach Wien schicken lassen.

00:09:29: Und Josef von Karabacek hat sich das dann wissenschaftliche angeschauen und gemerkt, okay, dass sind einfach tausend Jahre alte Papyrus-Schnipsel, die man zusammensetzen kann.

00:09:42: So eine Art Extreme Puzzle Spiel und dann vielleicht schlau daraus wird was auf denen geschrieben steht in, auf Arabisch, auf Griechisch und hat das gemacht.

00:09:53: und genau so hat die Papyrussforschung irgendwie begonnen in Wien.

00:09:59: Und der hat dann diesen Theotograph immer wieder auf Reisen geschickt dass er immer mehr von diesem Papiermüll sozusagen mitnimmt.

00:10:06: Und so hat sich diese Sammlung irgendwie aufgebaut in Wien.

00:10:10: Dann gibt es noch eine dritte Person, die man erwähnen kann in dieser Geschichte und zwar den Erzherzug Rainer.

00:10:18: Im ErzHerzug Raina konnte man dieses Material nachhebringen.

00:10:22: Und er hat schließlich alles was bis dahin – das war jetzt mittlerweile schon eighteen-treiundachzig – alles was nach Wien gekommen war, hat das Samt und Sonders gekauft.

00:10:34: In der Zwischenzeit in diesen zwei Jahren hatte man schon angefangen, ein bisschen zu sortieren und festzustellen.

00:10:41: Unglaublich!

00:10:42: Wir haben also in diesem Material Dokumente da, die gibt es nirgendwo sonst auf der ganzen Welt – nicht aus Italien oder aus Griechenland und schon gar nicht aus den mittel-europäischen Ländern.

00:10:54: Das sind originale Schriftstücke der griechisch-, römischen-, bezentinischen und frühe arabischen Zeit.

00:11:00: Also etwas was anderswo zum Beispiel im Römischen Reich auch existiert hat, aber was nirgendwo erhalten geblieben ist weil es überall sonst viel zu feucht ist.

00:11:11: Erzherzog Rainer, der hat nämlich dafür gesorgt dass diese Sammlung die er in Wien gab Teilwirt vom Staat also hat sie gekauft als Verwandter des Kaisers und die dem Kaiser Franz Josef geschenkt.

00:11:27: Und so ist diese ganze Papyrus-Sammlung in den Besitz von Kaiser Franz Joseph Also in den Besitz des Staates Österreich gekommen.

00:11:35: Und jetzt Teil der Nationalbibliothek.

00:11:37: Sehr lustig!

00:11:39: Genau, und irgendwie kann man sich diese Originalstücke, also die gibt es noch, diese fragmentarischen Papyrostücke kann man dort anschauen im Museum und das ist wirklich... Dass man das sieht und sich denkt, dass könnte was sein?

00:11:52: Das finde ich schon eine abgespäßte Geschichte weil das schaut auch wirklich aus wie Müll.

00:11:57: Aber warum?

00:11:58: Man sieht ja da drauf geschrieben ist.

00:12:00: Ja, aber vergilb teilweise und die Stücke sind wirklich so klein dass da manchmal so ein zwei Buchstaben drauf sind.

00:12:07: Ach krass!

00:12:08: Wirklich?

00:12:09: Und aus dem nein... Aber wer kann das dann zusammensetzen?

00:12:12: Das ist sowohl die hohe Kunst der Papyrologen.

00:12:18: Ist es quasi üblich, dass die Stücken so klein sind?

00:12:22: die ich gesehen habe, waren alle so in dieser Größe.

00:12:25: Es gibt im Magazin ein Bild davon und vielleicht können wir das verlinken, dass man sich das anschauen kann.

00:12:34: Aber ja, das sind ganz kleine Fetzen, Papierfetzen oder Papyrusfetzen.

00:12:41: Und es ist wohl offensichtlich auch eine Scheißarbeit zu setzen.

00:12:45: Das dauert sehr lange und deswegen gibt's ... Deswegen dauert, dauert dieser ganze Prozess so lange.

00:12:54: Also Professor Palma hat mir an irgendeiner Stelle auch erklärt dass sie wohl erst vier Prozent des gesamten Volumens was Sie haben an Papyri zusammengesetzt haben beziehungsweise bearbeitet haben.

00:13:08: Die

00:13:09: die es in Wien gibt.

00:13:15: Ja, es ist sehr spannend.

00:13:17: Also für alle die sich da draußen gerade überlegen über mögliche Karrieren oder so, also Papyrologen.

00:13:24: Also ich glaube die braucht man.

00:13:25: So als Ausgleich zu... Oder ich weiß nicht ob das entspannend ist?

00:13:29: Ich stelle mir das eigentlich sehr stressig vor.

00:13:31: Ich

00:13:31: kann es ehrlich gesagt auch nicht einschätzen.

00:13:32: aber ich glaube wenn man gerne passelt ist schon eine gute Voraussetzung um diesen Berufsstand einzusteigen.

00:13:39: Aber ich meine man hat ja auch keine Ahnung ob diese Dinge irgendwas miteinander zu tun haben.

00:13:44: Also wenn das tausend Jahre alt war damals schon, heißt es ja dass das Müll ist der sich irgendwie geschichtet umfunktioniert.

00:13:51: Also keine Ahnung da liegt nicht zwei Briefe in Tausend Teilen sondern es liegen ja wahrscheinlich fünftausend Briefer in

00:13:59: hunderttausenden

00:14:01: Teilen.

00:14:02: Ich glaube bin ich jetzt ehrlich gesagt auch ein bisschen überfragt.

00:14:04: aber das was ich mir gemerkt habe was der Professor Palme erklärt hat Dann am einfachsten ist, wenn es mehrere Schriftstücke von derselben Person gibt.

00:14:13: Weil das sind ja alles handgeschriebener Stücke natürlich weil dann ist es leichter das zuzuordnen.

00:14:19: Also je mehr Dokumente es von der selben Person gibts die was fabriziert hat desto besser für die Forschung.

00:14:28: Ja

00:14:28: Bitte verklagt mich nicht wenn das nicht stimmt

00:14:31: Was macht ich?

00:14:35: Es gibt irgendwie Sinn Weil man wahrscheinlich auch die Handschrift dann erkennt und dadurch erkennt, dass das überhaupt zusammen gehören kann

00:14:45: oder sowas.

00:14:45: Ja und es kommt ja auch noch dazu, dass es verschiedene Sprachen sind weil der Raum Ägypten ja durch verschiedene Kriege immer mal anders irgendwie besetzt war.

00:14:56: Das heißt, das sind arabische Texte und manche sind griechisch und so und das ist natürlich auch schwierig aber auch spannend.

00:15:03: Aber was heisst das?

00:15:04: Wenn das Müll ist heisst es ja auch irgendwelche Stück, Schriftstücke sind oder?

00:15:09: Also wenn das... dass es Müll ist heißt vor allem, dass es Alltagsstücke.

00:15:15: Wenn man darüber nachdenkt was in unserem Papierhausmüll ist dann kann man sich vorstellen die Forscherinnen und Forscher gefunden haben, die diese Stücke geborgen haben.

00:15:25: Diese Papiri weil das sind natürlich keine Herrscher Geschichten, die man da findet auf diesen Papieren und nicht die Gelehrten, die irgendwelche Bücher geschrieben haben damals oder Heldengeschichten festgehalten haben oder so sondern das sind Rezepte Hausaufgaben Einkaufslisten Verträge also dieses ganze Alltagsgeschehen eigentlich dieser Zeit, was man bei uns auch finden würde wenn man unseren Hausmüll durchwühlt.

00:15:53: Rechnungen, Quittungen also dieses ganze Zeug.

00:15:56: Es gibt eine...

00:16:01: Auch

00:16:01: eine Quittung die ich besonders spannend fand, die mir der Professor Palmen gezeigt hat im Museum nämlich eine Quitterung über ...

00:16:12: Okay Ich spiel's mal an

00:16:16: Ein arabischer Offizier, ein Amir namens Abdelah schreibt diese Quittung an.

00:16:24: zwei Verwalter mit griechischen Namen.

00:16:29: Wir sind jetzt ein halbes Jahr nach der Erroberung und überhaupt drei Generationen bleibt eigentlich der gesamte büzondinische Verwaltungsapparat noch da.

00:16:37: Und dann wird es erst schrittweise ersetzt von Arabern.

00:16:44: aber da... ist es eine Quittung über Sechzig Schafe, die als Steuerleistungen abgeliefert worden sind an die Arabische Armee.

00:16:59: Und das ist insofern bemerkenswert weil man daran versteht dass unmittelbar nach der Phase der Erroberung also in der Phase zur Konsolidierung der arabischen Herrschaft hat man viele Bemühungen unternommen seitens der arabischen Militärverwaltung, dass man Konfliktstoffe mit der einheimischen Bevölkerung möglichst vermeidet.

00:17:26: Kein Wunder weil die arabische Armee waren fünf oder sechs tausend Mann und die Bevölkerung waren fünf Millionen.

00:17:32: Also ein wichtiger Konfliktspunkt den es zu vermeiden gilt ist das die Soldaten sich selber versorgen und ausschwärmen und in den Dörfern mitnehmen.

00:17:42: Das geht nicht.

00:17:44: Man hat deshalb das alte römische System übernommen und weitergeführt, wo die Verpflegung der Armee ein Teil der regulären Steuerzahlung gewesen ist.

00:17:56: Das einzige was sich da geändert hat in der römischen Zeit hat man Schweinefleisch gegessen hier werden Schafe abgeliefert.

00:18:04: Ja also insofern eine ganz interessante Urkunde Und weil es eine Quittung ist, hat sich auch ein ganz genaues Tagesdatum.

00:18:12: Wir sind aus dem April, April, November, April und April nach Christus.

00:18:17: Ist diese Quittungen ausgestellt worden?

00:18:19: Das ist schon toll!

00:18:22: Also so ein Datum macht gleich was.

00:18:23: oder wenn das steht... Oktober, sechshundertdreiundzwanzignein.

00:18:28: Es war ganz was anderes aber...

00:18:29: ...fünfundzwanziger April, aber es ist crazy!

00:18:32: Ich hab das auch total fasziniert.

00:18:33: und gleichzeitig merkt man da ja irgendwie dran wenn wir uns über Bürokratie beschweren heutzutage dann ist das schon etwas was uns verbindet mit Menschen von vor zweitausend Jahren.

00:18:44: Das finde ich auf eine Art schön.

00:18:47: Das ist so

00:18:47: ne Geschichte

00:18:48: für deinen Steuerberater.

00:18:51: So er produziert wichtige Evidenzen für die Zukunft.

00:18:55: Ja, okay.

00:18:56: Schräg!

00:18:58: Also ich merke richtig es tut was weil sonst davor war's irgendwie so eine Geschichte.

00:19:01: ja ok die Armee und keine Ahnung.

00:19:03: also das hab' ich für ne Vorstellung von Ägypten im Jahr sechshundert.

00:19:07: wie viel?

00:19:08: Du hast dir das gemerkt.

00:19:09: Sechshundertexhundert irgendwas.

00:19:12: Und dann ist es so ein Datum nicht dass ich dadurch mehr Vorstellungen habe aber es verankert meine Idee davon einfach so in der Wirklichkeit.

00:19:21: Das finde ich grad schön.

00:19:24: Ja und es gibt eben so viele Brücken, finde ich hier und jetzt bei diesen Geschichten.

00:19:28: Also eben dieses ganze Rechnungen ausstellen ist ja... also ich habe seitdem ich im Papyrusmuseum war achte ich ganz anders auf meine Quittungen.

00:19:38: das ist komisch.

00:19:39: aber immer wenn ich die bekomme schaue ich mir die an und denke mal siehst du hab ich heute am zweiten achten gemacht oder da war ich einkaufen und halt das hat der zehnte Oktober.

00:19:48: also das ist jetzt gerade für mich einfach so ein Datum.

00:19:51: aber ich habe dann schon oft so Hier ein Gespinste oder denke mich in so eine Sandra in tausend Jahren, was die drüber denken wird.

00:20:02: Wenn sie so einen... Eine Einkaufsquittung von Bilder finden würde in irgendwelchen Unterlagen oder sich das im Museum anschaut und sich denkt, komisch haben sich die ernährt damals.

00:20:13: Also da steht Hafermilch drauf und irgendwie so Leibbrot.

00:20:18: Ja voll!

00:20:19: Weil das ist es in Wirklichkeit?

00:20:20: Das ist wie eine Rechnung eine Quittung von irgendeinem Supermarkt im Museum.

00:20:27: Genau,

00:20:29: hinter Glas ganz kostbar und mit sehr spärlichem Licht ausgeleuchtet.

00:20:34: Ja und handschriftlich!

00:20:35: Und das finde ich halt auch irgendwie noch mal sowas Spektakuläres.

00:20:37: oder dass das... wo ich auch voll viel drüber nachdenke bei Schriftstücken die ich bekommen oder mit denen ich täglich zu tun habe also keine Ahnung E-Mailverkehr oder so was solche Dinge, dass mir das erst bewusst wird.

00:20:51: Dass eben solche Dokumente es vielleicht gar nicht mehr geben wird von meiner Generation in tausend Jahren, weil... Handschriftliche?

00:21:00: Genau, handschriftlicher Dokumete.

00:21:04: Ich mein, vielleicht kommt das auch einfach wieder.

00:21:06: Ich bin da weniger.

00:21:08: Ja ich glaube, dass wir jetzt nicht so schnell verloren gehen.

00:21:11: Naja, ich hoffe auch nicht!

00:21:11: Also ich habe vorher gerade Werbung gemacht für den den Beruf der Papyrologen.

00:21:18: Ich hoffe, wenn da heute jemand anfängt zum Studieren, dass die dann schon in fünfzig Jahren noch einen Job haben.

00:21:24: Ja okay.

00:21:25: Na gut aber so tausend Jahre in die Zukunft?

00:21:27: Ich habe mal in einem anderen Podcast gehört – das weiß ich jetzt überhaupt gar nicht mehr woher, das ist schon lange her – es hat mich auch sehr schön gefunden.

00:21:35: diese Vorstellung davon, wenn wir soweit in die Vergangenheit denken ist ja oft, dass wir die Idee haben, dass sich der Mensch in diesen tausend Jahren, in der Zeit wo es Pyramiden gebaut worden sind.

00:21:47: Dass das irgendwie andere Menschen sein müssten, die jetzt blöd gesagt näher am Affen sind als wir.

00:21:54: Man hat so eine komische Vorstellung, dass er evolutionär was geändert hat und wir heute sind so viel intelligenter... ...als die Menschen damals.

00:22:03: Was natürlich totaler Blödsinn ist!

00:22:05: Ja, die haben auch Quittungen ausgestellt für uns.

00:22:07: Genau!

00:22:08: So wie wir.

00:22:09: Die sehr vökokratische Linie.

00:22:12: Was haben Sie denn noch getan?

00:22:15: Ein Objekt habe ich mitgebracht, dass ich auch sehr spannend finde.

00:22:20: da gibt es einen Briefwechsel zwischen zwei Soldaten und der eine Soldat weiß den anderen darauf hin das hinter seinem Rücken schlecht über ihn gesprochen wird.

00:22:34: Gossip im Museum.

00:22:37: Das ist ein Schreiben unter zwei Soldaten und da braucht es keinen Kommentar, ich lese einfach die Übersetzung vor.

00:22:43: Der Diakonos grüßt seinen Makedo!

00:22:46: Ich kann es nicht vermeiden dir zu schreiben dass du kräftig angeschwärzt wirst bei Yukundus und bei Dido vom Freigelassenen des Domitius.

00:22:56: Deshalb, mein Kamerad.

00:22:57: Gibt ihr Mühe dich bei ihnen zurechtfertigen?

00:23:00: Er hat doch dem Nieräus seinem Mitfreigelassenen viele üble Dinge über dich erzählt und der hat ihm wie ich annehme auch noch geglaubt und er lässt dir jetzt nicht wenig über dich!

00:23:12: Meine Kameraden grüßen dich leb

00:23:13: wohl.".

00:23:22: Weil war es die Konsequenz daraus.

00:23:23: Es ist irgendwie ein Duell und sie müssen sich dann

00:23:26: wirklich erzielen.

00:23:27: Das wissen

00:23:28: wir nicht, also da braucht man dann noch mehr Handschriftliches vielleicht auch von Makedo?

00:23:34: Genau!

00:23:35: Also ich fand das auch so lustig weil das ist auch wieder was finde ich wenn man das hört und liest... Also das ist ja erstmal erst mal komisch wegen der Art wie der gesprochen wird oder geschrieben wird und so aber zweimal drüber nachdenkt, dann hat glaube ich jeder von uns sowas in seinem WhatsApp Nachrichtenverlauf.

00:23:56: Dass man irgendwie mal schreibt oder einem geschrieben worden ist so hey, pass ein bisschen auf mit der einen Person weil irgendwie habe ich da mitgekriegt er wird irgendwie gerade etwas komisch über dich gesprochen oder du bist ja glaube ich irgendwann auf die Füße treten vielleicht entschuldigst dich einmal oder so.

00:24:12: Tschüss lieb wohl!

00:24:13: Genau, okay tschau

00:24:17: Das ist eine gute

00:24:18: Sendung

00:24:20: Das gefällt mir, das werde ich jetzt verwenden.

00:24:22: Okay tschüssle

00:24:23: wohl!

00:24:23: Kann man sich abschauen?

00:24:24: ja und deswegen fahre ich das so lustig glaube ich.

00:24:27: Es

00:24:27: ist wirklich lustig.

00:24:28: Ja okay aber es ist auch durchaus üblich oder ist das jetzt so ein Spezialfall dass es solche Nachrichten oder Briefe gibt?

00:24:37: Nein es gibt im Museum auch andere Briefer zum Beispiel zwischen Männern und Frauen also zwischen eher Leuten wo auch sehr heikle Dinge besprochen... besprochen werden.

00:24:51: Also das geht in eine ähnliche Richtung und da habe ich auch einen Objekt mitgebracht bzw ein Schriftstück mitgebracht, das ist glaube ich mein liebstes Stück was ich im Museum gesehen hab.

00:25:03: Da geht es um... Es ist ein Brief von einer Frau, was eh schon mal speziell ist finde ich weil das natürlich eine Zeit war wo viele Frauen einfach nicht lesen und schreiben konnten Wobei, ehrlich gesagt bin ich mir da gerade gar nicht so sicher.

00:25:18: Da gibt's ja noch ein... Also das weiß der Prof.

00:25:20: Palme besser aber jedenfalls.

00:25:23: Aber du hast mal noch was mitgebracht?

00:25:25: Genau.

00:25:26: Das ist ein Brief von einer betrogernden Frau die mit ihrem Mann schimpft.

00:25:34: Und die schreibt ihm

00:25:36: einen Brief.

00:25:37: Ich musste jetzt erst einmal etwas schriftlich mitteilen.

00:25:42: Das ist ein Brief eigentlich erschütternd.

00:25:46: Den schreibt eine Frau namens Safra an ihren untreuen Ehemann.

00:25:52: und nicht nur genug, dass er untreu ist ... Die waren auch wohlhabend und irgendwo hat er sich mit seinen neuen Freunden eingemietet.

00:26:03: und also Alltagsgeschichten wirklich!

00:26:09: Aber das ist auch insofern bemerkenswert nicht nur, dass eine Frau offensichtlich perfekt schreiben konnte im zwölften Jahrhundert in Ägypten.

00:26:18: Dass sie auch viel Selbstbewusstsein hat und dass sie überhaupt diese Emotionen zum Ausdruck bringt.

00:26:24: Denn leider soviel wir über Geschäftsleben und Rechtsleben usw.

00:26:29: haben in den Papyris sind die Emotion eigentlich immer sehr unterdrückt.

00:26:36: also es gibt praktisch keine Liebesbriefe.

00:26:39: Schade, aber es ist so.

00:26:41: Ich will gerade sagen das ist aber schade.

00:26:43: Ja, das ist sehr schade.

00:26:44: deswegen bin ich auch dafür weil wir über das Museum Papyrusmuseum der Zukunft gesprochen haben dass wir alle unsere Liebesbriefe aufbewahren und Tagebucheinträge und die am besten auch irgendwie so parat haben dass sie in einem guten Zustand sind dass Menschen in zwei tausend Jahren noch was damit anfangen können

00:27:05: zu einfolieren.

00:27:08: Ja, was man finde ich auch gut hört in der Aufnahme ist das relativ viel.

00:27:11: los war im Museum als wir da unterwegs waren.

00:27:14: Der Professor Palmer und ich.

00:27:16: Und da sind ganz viele Kinderklassen- und Kinderführungen.

00:27:20: irgendwie jetzt war das noch um Halloween rum.

00:27:24: Da waren viel verkleidet und dann ist es natürlich mit Zombies und Mumien und so nochmal irgendwie cooler.

00:27:30: Aber... Ich fand das schon sehr bemerkenswert dass die Kinder sich so begeistern konnten für Papier.

00:27:38: Ja, weil es ist tatsächlich einfach Papier das man sieht.

00:27:40: Also die Geschichten muss man ja erzählt kriegen oder?

00:27:43: Genau.

00:27:43: also es gibt viele auch interaktive Stationen wo man sich was anhören kann zum Beispiel wo es alte Musik- oder so Notenblätter gibt die dann eingespielt werden und wo andere sind auch angesprochen werden.

00:27:57: als jetzt das Reihenvisuelle sage ich jetzt einmal aber ja das finde ich eigentlich das besondere an dem Museum dass über diese Schriftstücke lebt eigentlich nur Symbole sind für die Geschichten, die sie erzählen.

00:28:12: Und genau und die Kinder können glaube ich auch Papyrus basteln.

00:28:16: Ich weiß nicht ob das das richtige Wort ist aber Sie können es herstellen glaube ich im Museum.

00:28:23: Hast du aber

00:28:24: nicht ausprobiert?

00:28:25: Hätte ich aber gerne.

00:28:27: Fürs nächste

00:28:28: Mal!

00:28:31: Damit wir so eine Kulturtechnik für die Zukunft haben.

00:28:33: vielleicht braucht man das noch irgendwann Papyrus herstellen.

00:28:40: Du wolltest mir aber noch etwas erzählen zur Frage, ob oder wie Frauen vorkommen oder repräsentiert sind in diesen Schriftstücken, die es gibt?

00:28:50: Genau Professor Palme hat das auch angesprochen im Ton, dass das so besonders vielleicht ist, dass da eine Frau am zwölfsten Jahrhundert perfekt schreiben konnte und Das erste Mal hat sich ein Schalter bei mir umgelegt, weil mir dann erst bewusst geworden ist dass alle Stücke die wir uns bis jetzt angeschaut haben also bis zu dem Zeitpunkt von Männern verfasst worden sind und irgendwie das was ich überhaupt nicht hinterfragt habe.

00:29:12: Weil wir da ein bisschen gewohnt sind oder wenn man ins Museum geht und gehen mit alten Dingen zu tun haben, dass der oft einfach... die Geschichten von Männern erzählt werden oder Männer, die Geschichte von Männer erzählen sag ich jetzt mal.

00:29:26: Und dann hat mich das interessiert ob es auch Belege von Frauen gibt oder Briefe von Frauen Genau und er hat mir ein bisschen was dazu zielt.

00:29:37: Es hängt natürlich hauptsächlich auch damit zusammen, dass quasi die ganze offizielle Welt all das männlich war.

00:29:43: aber wir haben eine nicht ganz kleine Zahl von Dokumenten die von Frauen geschrieben sind.

00:29:51: Hat man auch gesammelt?

00:29:54: Weide über sechshundert Privatbriefe, die von Frauen stammen und an Männern und Frauen adressiert sind.

00:30:01: Also es gibt diese Dokumente auch wie zum Beispiel auch das und das ist überhaupt besonders weil da hat man unten also man sieht oben ist die professionelle Schrift über einem sozusagen Bachtvertrag aber darunter gibt's die eigenhändige Unterschrifter Aurelia Harite

00:30:21: auch eine große Sammlung an Schriftstücken von Frauen, was ich ganz cool finde.

00:30:26: Also das ist jetzt im Vergleich natürlich eher die Ausnahme aber cool ist es schon und ich find' auch dass es insofern... also hat's bei mir auch noch mal so Fragen aufgemacht weil Professor Palme auch erzählt hat, dass Gefühlsäußerungen eigentlich nicht so niedergeschrieben wurden und ich hab mich gefragt ob das auch etwas damit zu tun hat dass es einfach viel von Männern in beruflichen Kontext war.

00:30:57: Also weißt du, was ich meine?

00:30:58: Dass

00:30:59: man überhaupt nur dann zu Stift und... Nein, das war aber zur Feder- und Papyrus gegriffen hat, um so eher geschäftliche Dinge zu besprechen.

00:31:09: Genau!

00:31:09: Und da würde mich schon interessieren, was Frauen aus der Zeit hätte.

00:31:14: zu sagen gehabt hätten über das Familienleben zum Beispiel oder das Lebenabseits von Ämptern, wo halt die Männer oft eingesetzt waren.

00:31:26: Ja weil man dadurch nochmal mehr über die Zeit verstehen könnte?

00:31:28: Genau und eben noch mal so dieses alltägliche vielleicht hätte was wir ja eigentlich sehen.

00:31:36: mit diesen Papüri Muss man halt auch wissen, man sieht dann nur einen Bruchteil oder einen Fragment.

00:31:43: Eigentlich ein fragmentarischen Einblick in den Alltag weil es war vor allem der Alltag von Männern.

00:31:48: Ja die sich aber durchaus wichtige Dinge mitzuteilen haben

00:31:53: zum Beispiel Lestergeschichten oder so.

00:31:56: Okay

00:31:59: was ist dein Resumier zu dem Museum?

00:32:02: Was sind so?

00:32:03: die eine Sache vielleicht, die dir noch ich weiß nicht von der du erzählst, wenn du über dieses Museum erzählest?

00:32:10: Ich erzähle eigentlich immer dass ich so fasziniert davon bin das man dem Alltag der Menschen dort zu nahe kommt.

00:32:16: Über diese Papyrri.

00:32:18: gerade weil man manchmal ins Museum geht habe ich das Gefühl dass die Geschichten die man dort irgendwie erzählt bekommt oft so Herrscher in den Geschichten sind.

00:32:29: zum Beispiel muss man glaube nicht gendern und hier ist man halt sehr nah dran Ja, am gemeinen Ägypter an der Gemeinden Ägypterin.

00:32:42: Vor tausend Jahren?

00:32:43: Genau vor tausenden Jahren und das finde ich schon einfach sehr schön und hat auf jeden Fall was mit mir gemacht.

00:32:49: und irgendwie denke ich jetzt ganz oft drüber nach wenn ich so ein Stück Papier in der Hand habe, denke ich an das Papyrusmuseum und was wohl mit diesem Stück Papiere in tausende Jahren passieren wird.

00:33:00: Das ist lustig!

00:33:01: Ich finde es, selbst wenn du das jetzt nur erzählst und ich gar nicht dort war wie das Gefühl... ...ich kriege so ein anderes Gefühl für Zeitlichkeit.

00:33:11: Und das find' ich irgendwie sehr schön.

00:33:14: Wenn das ein Museum schaffen kann, so einen Gefühl für... Ich weiß nicht?

00:33:19: Das wird dann alles so pathetisch aber für die Welt zu vermitteln einfach nur dadurch welche Geschichten sie da erzählen.

00:33:27: Voll!

00:33:27: Und dass ist eben die Geschichte von ganz normalen Leuten waren und das finde ich auch so cool weil Es ist auch toll zu wissen, wie Napoleon's Leben war.

00:33:38: Aber es ist auch schon mal schön in das Leben von Makedo einen Einblick zu bekommen.

00:33:47: Ja cool!

00:33:50: Du würdest das empfehlen?

00:33:52: Ich würde es auf jeden Fall empfehle.

00:33:55: Ein überschaubares Museum, wo man so ein, zwei Stunden super gut verbringen kann.

00:33:59: Ich würde auf jeden Fall dazu raten dass man eine Führung macht wenn die angeboten werden weil wie du gesagt hast die Stücke ja nicht sprechen also die leben schon von den Geschichten und es wird auch sehr viel erklärt natürlich mit Infotafeln und Text vor Ort.

00:34:13: Man kann auch einiges hören aber wenn man die Möglichkeit hat zu einer tolle Führungen zu kriegen wie ich das gemacht habe dann würde ich das auf jeden fall in Anspruch nehmen.

00:34:23: Mir fällt auch gerade auf Und das hast du jetzt eh schon gesagt, aber dass es diese Alltagsgeschichten sind.

00:34:27: Weil eigentlich wenn ich an Papyrologie oder so ein altes Ägypten denke habe ich das ganz andere Gefühl, dass man so große Herrschafts-Geschichten oder Mumien oder solche Dinge sieht.

00:34:40: Gibt's das auch?

00:34:41: Oder gibt's das nicht gar nicht?

00:34:43: Das gibt es auch!

00:34:45: Ich bin mir nur nicht sicher in welchem Ausmaß... Also was natürlich schon gibt ist, dass Papyri Toten beigelegt wurden eben alten Ägypten.

00:34:55: Das heißt, da gibt es wahrscheinlich noch Fragmente oder Teile die erhalten sind wenn man die Serge aufmachen wird was glaube ich auch passiert teilweise.

00:35:06: Man kann sich zum Beispiel auch anschauen Es gibt das jetzt nicht Papyrus aber es ist auch im Museum zu sehen Holzvertefelungen von Gräbern zum Beispiel wo Dinge irgendwie kommuniziert werden oder wo es ein bisschen Text gibt, wo man auch was erfahrt über das Leben der Toten.

00:35:25: Also das gibt's schon und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, Professor Palmehr hat mir das sicher Sachen dazu gesagt aber ich fand sie nicht so spannend wie die Alltagsgeschichte ganz offensichtlich.

00:35:39: Habe Sie mich gemerkt!

00:35:42: Das heißt aufpassen welche Dinge man auf Papier verschriftlicht?

00:35:46: Sie könnten in tausend Jahren im Museum

00:35:49: hängen.

00:35:49: Ja, hoffentlich finde ich ein bisschen.

00:35:51: Also ich habe echt romantisiert das vielleicht auch im Nachhinein ein bisschen aber ich finde es schon schön wenn wir in tausend Jahren unsere Liebesbriefe und Wünsche ans Christkind und Einkaufslisten handgeschriebenen und Gedichte die man sich in der Straßenbahn aufschreibt oder Zweizeiler.

00:36:09: Aber jetzt wirklich ehrlich, wann hast du das letzte Mal ein liebes Brief auf Papier verfasst?

00:36:17: Vielleicht ist das ja so persönlich, aber mein Partner kriegt jedes Jahr zu Weihnachten von mir ein Liebesbrief.

00:36:23: Die gibt es tatsächlich!

00:36:26: Das Papier ist noch nicht trocken dieses Jahr.

00:36:29: Es ist sehr süß okay.

00:36:31: Er ist dafür verantwortlich das einzuschweißen und

00:36:36: er muss jetzt gut drauf

00:36:37: aufpassen.

00:36:42: Nachdem das Mikrofon abgedreht

00:36:44: war,

00:36:46: drehen wir es jetzt wieder auf.

00:36:47: Das ist so oft die besten Gespräche passieren.

00:36:50: Und zwar haben wir gerade darüber geredet wie schräg du Sandra hast erzählt dass es eigentlich total seltsam ist in diesem Papyrusmuseum weil die Objekte die man sieht auf eine Art sehr uninteressant sind, weil es einfach so Papierfetzen sind mit ganz vielen Lücken dazwischen.

00:37:08: und dann gibt's vielleicht Leute die sich dafür begeistern können an diese Materialität von Papyrus.

00:37:14: Aber man hat sich da nach kürzester Zeit auch ein bisschen satt gesehen.

00:37:17: und das Interessante sind eigentlich die Geschichten, die dieser Schriftstücke erzählen.

00:37:23: Und dass es eigentlich ein seltsames Museum ist, dass man durchgeht und man sieht Dinge, die an sich jetzt wenig interessant sind.

00:37:28: aber Ich weiß nicht, die immateriellen Geschichten, die daraus erwachsen sind halt total spannend.

00:37:36: Ja es ist vielleicht kennt man das aus anderen Museum.

00:37:39: also wenn da jetzt zum Beispiel eine Karamik steht in einem anderen Museum dann kann sie zu mir sprechen oder nicht?

00:37:46: Wenn sie nicht zu mir spricht habe ich ein bisschen ein Bech gehabt und dann gehe ich weiter.

00:37:50: im Papyrusmuseum spricht kein Stück zu dir Ich glaube ich.

00:37:56: Weil man die Sprache auch nicht versteht.

00:38:00: Du siehst eigentlich immer wieder dasselbe Material, nämlich Papyrus und da sind unterschiedliche Schriften drauf und man hat vielleicht Freude daran sich die Handschriften anzuschauen.

00:38:14: aber du würdest aus diesem Stück das würde jetzt noch nichts erzählen und deswegen brauchst du diese Geschichte drumherum beziehungsweise die Geschichte, die andere über das Stück erzählt haben.

00:38:30: Also genau diese Papirologen, die übersetzen und die dann in sehr mühsamer Arbeit diese Geschichten rekonstruieren und auch in einen Kontext setzen weil nur eine Rechnung mit sechsundfünfundsechzig scharfen sagt mir vielleicht auch noch nix.

00:38:42: aber in einem Kontext mit der Oberung und Streit und man will da irgendwie Soldaten entgegenkommen und friedvoll miteinander sein oder so ist es vielleicht schon spannender Ja.

00:38:57: Und dann habe ich erzählt, weil ich das auch so ein anderes Museum ist, dass sich sehr spannend findet – Haus der Geschichte.

00:39:05: Weil die sammeln auch ganz viele Alltagsobjekte und da gab es mal eine Ausstellung, die hieß Hitler Entsorgen.

00:39:11: Da haben sie Objekte ausgestellt aus dem Alltag.

00:39:14: Das war einer der für mich eindrücklichsten Ausstellungen zum Nationalsozialismus.

00:39:21: Das Grauen durchs Grauen erzählt, sondern durch den Alltag, den die Leute erlebt haben.

00:39:25: Also das war so ein Kinderwagen, ein Puppenwagen der gebaut worden ist von jemandem... ...von irgendeinem NS-Oberstabs bliebler Blöde, der das seiner Tochter geschenkt hat.

00:39:35: und dass es so... Der hatte selbst gebaut für die Tochter.

00:39:39: und das gab's halt auch.

00:39:40: Und irgendwie erinnert mich das so dran?

00:39:43: Dann zu hören, dass es dann zwei Leute streiten und sich einen Gossip haben Egal in welcher Welt man lebt.

00:39:54: Gibt's Gossip, gibt es Menschen die ihren Töchtern Puppenwegen bauen?

00:39:59: Gibt es Rechnungen, die ausgestellt werden über Schweine oder Schafe?

00:40:04: Oder Hafermilch?

00:40:07: Und das ist glaube ich so ein bisschen das was du vorher angesprochen hast.

00:40:09: Man glaubt vielleicht auf dem ersten Blick es gibt so viel was einen Trend, also Generationen vor einem... wie anders die sind und wie anders sie ticken, was die alles anders machen.

00:40:22: Und ich finde gerade in Zornemuseum wenn man sich solche Stücke ansieht dann merkt man was man eigentlich gemeinsam hat mit seinen Vorfahren oder mit Generationen die ganz weit zurückliegen.

00:40:36: natürlich hat der Alter ganz anders ausgeschaut aber es gibt eben auch ganz ähnliche Dinge.

00:40:43: Ja, ich fand das schon schön.

00:40:44: Deswegen hat es mich auch glaube ich so berührt und deswegen denke ich im Alter wahrscheinlich öfter ans Papyrusmuseum als an anderen Museen in denen ich bin.

00:40:54: Das ist so schön!

00:40:56: Ich kann es total nachvollziehen.

00:40:58: Okay damit hören wir jetzt wirklich auf oder haben noch mehr philosophische Dinge zu sagen?

00:41:03: Wir können nur noch über KI sprechen.

00:41:06: Naja, vielleicht passt ein bisschen zu dem Thema Philosophie.

00:41:08: Ja eben!

00:41:09: Aber das ist dann so... Das holt uns dann wieder runter von diesem hohlsamen Ende.

00:41:14: Müsst man wieder über KI sprechen?

00:41:16: Vielleicht kann man eine positive Sache zu KI sprechen.

00:41:19: Ich bin jetzt auch keine... ich gehe jetzt nicht für KI auf die Straße.

00:41:26: Aber

00:41:27: weder impositiv oder genau.

00:41:31: Sie

00:41:31: sind etwas wurscht vielleicht.

00:41:32: Aber was ich bemerkenswert fand im Zusammenhang mit dem Papyrus Museum dass Professor Palme mich darauf hingewiesen hat, das eben der ganz große Teil also mehr als neunzig Prozent.

00:41:42: ich habe vorher eine Prozentzahl genannt.

00:41:45: Ich bin mir nicht sicher ob sie das wirklich ist aber der ganze große Teil von dem was wir am Papyrus haben oder an Fragmenten ist noch nicht ausgewertet und das finde ich schon sehr spannend weil es ja auch irgendwie zeigt wie viele Geschichten noch nicht erzählt sind oder und jetzt auch gerade ein Projekt ist an dem Sie wohl arbeiten wo man sich anschaut, wie KI da helfen kann.

00:42:08: Ob man da so ein LLM bauen kann, das helfen kann wenn man es lang genug füttert diese Geschichten schneller zu interpretieren und zusammenzusetzen also diese Fragmente schneller zusammensetzen.

00:42:22: Also möglicherweise wenn das passiert kann man in zwei Jahren ins Papyrus Museum gehen und es gibt eine ganz neue Ausstellung.

00:42:29: oder statt so viel tausend Objekten gibts dann Zehntausend.

00:42:37: Ist die Frage, ob dann irgendwas auftaucht was so ganz anders ist als alles andere?

00:42:42: Das ist die Frage.

00:42:43: aber bei neunzig Prozent, die nicht bearbeitet wurden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch glaube ich.

00:42:52: Dann müssten wir jetzt mit so Wahrscheinlichkeitsmenschen sprechen.

00:42:55: Ja vielleicht finden wir wirklich... Vielleicht sind das alle, diese Neunzig-Prozenten vielleicht sind das alles Liebesbriefe.

00:42:59: Vielleicht

00:43:00: ja

00:43:02: oder Privates also sehr privates oder so das finde ich auch

00:43:05: sehr schön.

00:43:07: oder Briefe von Aliens,

00:43:14: die die Pyramiden gebaut haben.

00:43:18: Hier ich

00:43:18: als

00:43:19: alien bestätige Pyramidens-Live.

00:43:24: X Y gebaut zu haben?

00:43:26: Ja das fände ich auch sehr schön!

00:43:27: Man darf ja wohl noch träumen.

00:43:28: Genau okay

00:43:31: super danke.

00:43:33: nicht schönen Sonntag wie?

00:43:38: Lebwohl.

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